Den Ortsnamen „Frankenburg“ verbinden viele mit einem makaberen Ereignis: dem Blutgericht auf dem Haushammerfeld.
Als „Akt der Versöhnung“ sieht Johann Gebetsberger den Gottesdienst auf dem Würfelspiel-Gelände. Er ist in der Pfarre Frankenburg engagiert und hat diesen Gottesdienst vorbereitet.
Versöhnung vor dem Spiel
Schon vor zwei Jahren hat die „Würfelspiel-Gemeinde“ einen Versöhnungs-Gottesdienst gefeiert. Damals hat eine evangelische Frau erzählt, dass sie erst nach dieser Feier das Spiel anschauen könne. Zuvor war dieses Ereignis für sie eine offene Wunde. Nach dem Gottesdienst am vergangenen Wochenende ist eine katholische Frau zu Gebetsberger gekommen. Auch sie möchte erst nach der Feier das Schauspiel besuchen. Hans Gebetsberger ist beeindruckt, wie viel vom Geschehen im Jahr 1625 heute noch in den Menschen vorhanden ist.Der österreichische Kaiser Ferdinand II. wollte seinen Untertanen den katholischen Glauben aufzwingen. Dazu kamen hohe Steuern und schwere Frondienste. In der Grafschaft Frankenburg waren die meisten Einwohner/innen protestantisch. Als im Mai 1625 ein katholischer Pfarrer eingesetzt werden sollte, kam es zum Aufstand. Den Aufständischen wurde Gnade versprochen und sie haben nach drei Tagen die Belagerung von Schloss Zwiespalten aufgegeben. Die „Gnade“ war grausam: 36 Männer mussten um ihr Leben würfeln, die Hälfte von ihnen wurde erhängt.Seit 1925 werden die „Frankenburger Würfelspiele“ alle zwei Jahre nachgespielt. Ursprünglich war es Ausdruck einer anti-katholischen Ideologie, seit den 50er-Jahren stand der soziale Aspekt, die Armut der Bauern, im Vordergrund. Jetzt wird auch gesehen, dass es Menschen gibt, „die in ihrem Glaubensweg damit verbunden sind“, wie Johann Gebetsberger formuliert.Thema des Gottesdienstes am 22. Juli war „Anderssein“. Die Musik kam von einem afrikanischen Männerchor und einer Bläsergruppe aus Frankenburg. „Vom Schwarzweiß der Vergangenheit ist ein sehr buntes Bild entstanden da auf dem Gelände“, sagt Johann Gebetsberger zufrieden.
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