Seit 1986 ist die Zahl der Eheschließungen in Oberösterreich von 7.561 auf 6.506 (1998) gesunken. Das bedeutet einen Abnahme um 14 Prozent. Die Ehescheidungen sind dagegen von 1.000 pro Jahr in den frühen 70er Jahren auf rund 2.500 angestiegen. Beinahe 2.000 Kinder unter 14 Jahren sind in Oberösterreich jährlich von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. – Diese aktuellen Zahlen zeigen ungeschminkt die Situation von Oberösterreichs Familien. Sie stammen aus dem soeben veröffentlichten Oö. Familienbericht 2000. Familien-Landesrat Franz Hiesl betont, dass ihm diese Entwicklungen Sorge bereiten: „Wir werden verstärkt Bedingungen schaffen, damit Menschen diese Lebensform auch leben können.“ Dafür müssten auch die finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. Durch die Einführung des Kindergeldes wurde für die Kinder bis zu drei Jahren viel erreicht. Das Land Oberösterreich werde nun seine Leistungen auf die älteren Kinder konzentrieren, so Hiesl, der im Herbst die neuen Familien-Förderungen des Landes vorstellen wird.Vergleicht man den Familienbericht 2000 mit der letzten, vor 15 Jahren erschienenen Erhebung, so sind die Familien partnerschaftlicher und dynamischer geworden, erklärt die Soziologin Mag. Dr. Martina Beham, die für die Gesamtredaktion des 270 Seiten starken Werkes verantwortlich ist. Weil sich die traditionellen Rollen aufgelöst haben, ist die Familie aber auch konfliktanfälliger geworden. Der Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit der Mütter kommt unter allen Maßnahmen eine Schlüsselfunktion zu, so Beham.