Seit drei Wochen fährt Johann Fehrerhofer mit dem Elektro-Auto durch Enns. Er braucht damit länger – nicht, weil das Auto so langsam wäre.
„Was mir am Elektro-Auto auffällt – es ist eine relativ zeitaufwendige Geschichte“, erzählt Johann Fehrerhofer. Er ist Kaplan in Enns-St. Laurenz und fährt seit etwa drei Wochen ein Elektro-Auto. Länger braucht er aber nicht, weil das Auto so langsam fährt. „Ich brauche mehr Zeit zum Reden und Plaudern als zum Autofahren“, erklärt Fehrerhofer schmunzelnd. Jemand hat ihn gefragt, ob er keinen Führerschein mehr hat, weil er ein kleines Auto mit rotem „Taferl“ fährt.
Ohne Führerschein
Anspielungen in diese Richtung kennt Johann Fehrerhofer auch aus den Erzählungen von P. Alois Kitzbichler, Pfarrer in Baumgartenberg, der schon seit einiger Zeit mit Strom fährt.Die Gespräche sind für Johann Fehrerhofer kein Nachteil. Er kommt so mit Menschen in Kontakt, die er sonst nicht so leicht erreichen würde.An Alternativ-Energie ist er schon länger interessiert. Bei der Aktion „geöffnet“ hat die Pfarre Guter Hirte in Linz ihr Energieprojekt vorgestellt. Johann Fehrerhofer hat sich das angeschaut und ist über diesen Kontakt zu seinem Elektroauto gekommen. Den Listenpreis von mehreren zehntausend Schilling hätte er sich nicht leisten können.Vom Fahrkomfort war der Priester selbst überrascht. „Ich hab mir gedacht: Mit den drei Rädern, das ist sehr wackelig.“ Praktisch ist das Auto auch im Stadtverkehr – es passt in die kleinsten Parklücken und kann mit der Geschwindigkeit von Benzin- oder Dieselautos mithalten. Zum Auftanken braucht das Auto einige Stunden und eine normale Steckdose. Um auch hier seinen Beitrag für die Umwelt zu leisten, möchte sich Kaplan Fehrerhofer an einem Windkraftwerk beteiligen.
Auto produziert Strom
Johann Fehrerhofer wird ein neues Modell bekommen, ein Auto mit Photovoltaik-Zellen am Dach, die aus Sonnenlicht Strom erzeugen. Das Auto kann so bei Sonnenschein selbst Treibstoff gewinnen. Alternativ-Energie ist Fehrerhofer ein großes Anliegen. Der Kaplan möchte in der Pfarre Projekte in Richtung Alternativenergie initiieren. „Ich glaube, dass wir die Pflicht haben, etwas zu tun“, ist er überzeugt, „schon aus schöpfungstheologischen Gründen.“ Mit seinem Elektro-Auto hat er dafür bereits die ersten Kontakte geknüpft. Allein wenn er mit dem Auto am Kirchenplatz steht, sprechen ihn Menschen an. „Auch solche, die sich wundern, dass im kirchlichen Bereich etwas Neues passiert“, sagt Johann Fehrerhofer. Er weiß, dass sich für die Umwelt viele ehrenamtlich engagieren würden.