30. September bis 27. Oktober: Bischofssynode in Rom
Ausgabe: 2001/38, Kothgasser, Rom, Bischofssynode
18.09.2001
- Das Interview führte Franz Stocker, Innsbruck.
Der Innsbrucker Bischof Alois Kothgasser vertritt Österreich bei der bevorstehenden Bischofssynode in Rom. Es geht um das Bischofsamt selbst. Die Kirchenzeitung sprach mit ihm:
Welche Probleme werden Sie in Rom ansprechen?
Kothgasser: Zunächst sind es Fragen des Bischofsprofils. Wesentliches davon ist im Arbeits-instrument für die Bischofssynode bereits vorhanden. Dann sind es aber auch Fragen der bischöflichen Kollegialität, des Miteinanders von Ortsbischöfen und römischen Kongregationen, ferner Fragen der unmittelbaren Vorbereitung auf das Bischofsamt und die entsprechende Fortbildung. Diesbezüglich sind die Leitungsanforderungen an die Bischöfe um vieles komplexer und zugleich differenzierter geworden.
Der belgische Primas, Kardinal Godfried Danneels, hat die bevorstehende Bischofssynode als „weitere verpasste Chance“ bezeichnet. Der vorgegebene Ablauf ließe keine wirkliche Diskussion brennender Probleme zu. Teilen Sie diese Kritik?
Kothgasser: Die Vorgehensweise, die Diskussionen, den Erfahrungsaustausch möchte ich zuerst persönlich erleben, um mir dann ein Urteil bilden zu können. Eines wird sicher fruchtbar sein, nämlich die Begegnung und der Austausch unter den Bischöfen aus der ganzen Welt.
Die Forderung nach Mitwirkung von Gläubigen bei der Bestellung ihres Bischofs wird im vorliegenden Arbeitspapier der Synode lediglich in einem Satz erwähnt. Soll darüber nicht gesprochen werden?
Kothgasser: Wie ich hörte, wurde das Thema bereits im Konsistorium der Kardinäle im Mai zumindest in den Sprachgruppen angesprochen. Es wäre schon viel gewonnen, wenn die bisher gültigen Kriterien und Vorgehensweisen so objektiv wie möglich angewandt würden. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass diese Frage im Zusammenhang des Themas „Communio“ und „Participatio“ im Rahmen der vom II. Vatikanischen Konzil gewünschten umfassenden Kommunikation der Kirche nach außen und nach innen zur Sprache kommt. Es geht ja darum, dass jene Seelsorger zum Hirtendienst berufen werden, die am besten den schon bisher wohl bekannten Kriterien des Bischofsamtes entsprechen.
Ich bewundere den Mut, den Jesus von Nazaret damals gehabt hat, seine Frohe Botschaft und die Vermittlung des Heiles einfachen Fischern vom See Genezaret anzuvertrauen. Das Eigentliche im bischöflichen Dienst wird auch in Zukunft der Heilige Geist bewirken.