Die Arbeit von Schwester Margret Obereder in der Ukraine hat mit vielen Fragezeichen begonnen.
Sr. Margret Obereder (ganz hinten mit Brille) mit ihren Ordensfrauen und Redemptoristen. Stolz stehen die Frauen vor dem renovierten Haus, in dem sie leben. Zuvor haben sie zu elft in einem Zimmer gelebt. Diese Zielstrebigkeit hat Sr. Margret am meisten bewegt und sie war wohl der Grund, warum sie die große Aufgabe in der Westukraine angenommen hat.
„Große Skepsis“ hat Sr. Margret Obereder empfunden, als sie von der Bitte hörte, ihre Ordensgemeinschaft sollte helfen, eine Gemeinschaft in der Westukraine aufzubauen.Die gebürtige Attnangerin war zu dieser Zeit Regionaloberin für Österreich und Deutschland der Missionsschwestern vom Heiligs-ten Erlöser. Diese Ordensgemeinschaft wurde 1957 gegründet und zählt rund 100 Frauen. Sie arbeiten in Japan, Bolivien und Chile – dorthin sind sie mit dem Orden der Redemptoristen gekommen. In der Ukraine waren die Redemptoristen in kommunistischen Zeiten im Untergrund tätig. Unter Todesgefahr haben sie Dörfer besucht, Gottesdienst gefeiert und Medikamente mitgebracht.
Neue Gemeinschaft
Einige junge Frauen wollten Unterstützung, um eine Frauengemeinschaft gründen zu können. Die Redemptoristen sind mit dieser Bitte an die Missionarinnen vom Heiligsten Erlöser herangetreten. Sr. Margret hat gezweifelt, ob der Orden diese Aufgabe personell schaffen könnte. „Nach einem Besuch in der Ukraine hab ich nach Argumenten gesucht, warum wir diese Aufgabe nicht erfüllen können“, sagt sie heute schmunzelnd.Zu viel Neues würde die Verantwortliche erwarten: Etwa die Liturgie nach griechisch-katholischem Ritus, die fremde Sprache und Schrift. „Für unsere Begriffe ist dort vieles traditionell und konservativ“, erzählt Sr. Margret. Manchmal werden die Unterschiede sehr deutlich, wie bei der Einkleidung der Novizinnen: „Ich bin ohne Schleier und im grauen Gewand gekommen, für die Ukrainerinnen war ganz klar, dass sie schwarzes Gewand und Schleier tragen möchten.“Trotzdem funktioniert die Arbeit sehr gut. Die Frauen akzeptieren das jeweils andere, auch wenn es für sie nicht in Frage kommen würde. Seit April ist Sr. Margret nun in der Ukraine, gemeinsam mit einer Ordensschwester, die zuvor 25 Jahre lang in Japan gelebt hat.„Es ist beeindruckend, mit wie viel Ernsthaftigkeit und Zielverfolgung dort gearbeitet wird“, erzählt Sr. Margret. Das war es auch, was sie letztendlich umgestimmt hat.Sr. Margret Obereder soll die Frauen auf die Mitarbeit in der Seelsorge vorbereiten. Schon jetzt arbeiten sie etwa nach den Got-tesdiensten mit den Kindern. Die Menschen freuen sich über den Besuch und geben von dem wenigen, was sie haben, weiter. „Es ist nicht einfach, das annehmen zu können“, bekennt Sr. Margret. Doch „wehren“ können sich die Ordensleute kaum.