World Trade Center
Je ein Flugzeug st?rzten am 11. September 2001 auf die beiden T?rme des World Trade Centers in New York und auf das US-Verteidigungsminsterium in Washington. Terroristen entf?hrten die Passagiermaschinen von amerikanischen Fluggese
Bei der Generalaudienz am Mittwoch, 12.9.2001, hat Papst Johannes II. Schmerz und Betroffenheit über die Terroranschläge von New York und Washington geäußert.
"Ich kann diese Audienz nicht beginnen, ohne meinem tiefen Schmerz über die Terroranschläge Ausdruck zu geben, die gestern Tod und Zerstörung über Amerika gebracht, Tausende von Opfern gefordert und zahllose Menschen verletzt haben. Dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und allen amerikanischen Bürgern spreche ich meinen tief empfundenen Schmerz aus. Angesichts eines solch unaussprechlichen Horrors können wir alle nur zuriefst beunruhigt sein. Ich vereine meine Stimme mit all den Stimmen, die in diesen Stunden ihre Empörung und Verurteilung äußern, und ich betone erneut, dass die Wege der Gewalt niemals zu wirklichen Lösungen der Menschheitsprobleme führen werden.
Gestern war ein dunkler Tag in der Geschichte der Menschheit, ein schrecklicher Angriff auf die Menschenwürde. Seit ich die Nachricht erhielt, habe ich die Entwicklung der Lage mit großer Sorge und tief empfundenen Gebeten zu Gott weiter verfolgt. Wie ist es nur möglich, dass solche Taten bestialischer Grausamkeit geschehen können? Das menschliche Herz hat Abgründe, die gelegentlich Pläne unerhörter Ruchlosigkeit hervorbringen können und die dann fähig sind, in einem Augenblick das friedliche Alltagsleben eines Volkes zu zerstören. Wenn in solchen Momenten augenscheinlich jegliches Wort unangemessen scheint, kommt uns der Glaube zu Hilfe. Christi Wort ist das Einzige, was uns helfen kann, eine Antwort auf die Fragen zu geben, die unser Gemüt quälen. Alle, die an Gott glauben, wissen, dass auch dann das Böse und der Tod nicht das letzte Wort haben, wenn die Mächte der Finsternis zu triumphieren scheinen. Auf dieser Wahrheit gründet die christliche Hoffnung; in diesen Stunden bezieht unser betendes Vertrauen daraus seine Kraft.
Mit tief empfundener Anteilnahme wende ich mich in diesem Augenblick der Angst und Fassungslosigkeit, in dem die Tapferkeit so vieler Männer und Frauen guten Willens auf eine harte Probe gestellt wird, an das geliebte Volk der Vereinigten Staaten. In ganz besonderer Weise umarme ich die Angehörigen der Toten und der Verletzten, und versichere sie meiner geistlichen Nähe. Die wehrlosen Opfer dieser Tragödie, für deren ewige Ruhe ich heute Morgen das Messopfer gefeiert habe, vertraue ich der Barmherzigkeit des Allerhöchsten an. Möge Gott den Überlebenden Kraft schenken; möge er die Rettungskräfte und die vielen Freiwilligen stärken, die in diesen Stunden mit enormem Einsatz versuchen, mit dieser dramatischen Notsituation fertig zu werden. Ich bitte euch, liebe Brüder und Schwestern, stimmt mit mir in das Gebet für sie ein. Lasst uns Gott bitten, dass die Spirale von Hass und Gewalt nicht die Oberhand gewinnt. Möge die selige Jungfrau, die Mutter der Barmherzigkeit, die Herzen aller mit Gedanken der Weisheit und dem Streben nach Frieden erfüllen".
An die englischsprachigen Teilnehmer der Generalaudienz wandte sich Papst Johannes Paul II. später noch einmal mit den folgenden Worten: "Heute gilt meine tief empfundene Anteilnahme dem amerikanischen Volk, das gestern von unmenschlichen Terror-Angriffen getroffen wurde, die das Leben Tausender unschuldiger Menschen gefordert und die Herzen aller Männer und Frauen guten Willens mit unaussprechlichem Leid gefüllt haben. Gestern war in der Tat ein dunkler Tag in unserer Geschichte, ein schrecklicher Angriff auf den Frieden, ein furchtbarer Anschlag auf die Menschenwürde.
Ich lade Sie alle ein, mit mir zusammen die Opfer dieser erschütternden Tragödie der ewigen Liebe des allmächtigen Gottes anzuempfehlen. Lasst uns für die Verletzten, für die betroffenen Familien und für alle seinen Trost erflehen, die ihr Äußerstes tun, um die Überlebenden zu retten und den Betroffenen zu helfen. Ich bitte Gott, dem amerikanischen Volk die Kraft und Mut zu schenken, die es in dieser Zeit des Leids und der Prüfung braucht".