Pierre Stutz: Wir brauchen Räume der Verlangsamung
Ausgabe: 2002/15, Stutz, Kraft des Daseins, KBW, Puchberg
09.04.2002
- Matthäus Fellinger
Mal langsam! Zwei Worte, die helfen, besser dem eigenen Leben gerecht zu werden. Pierre Stutz war Gast beim Katholischen Bildungswerk.
„Wenn ich diese Tagung überstanden habe ... wenn die Kinder groß sind .... wenn ich pensioniert bin, dann...“ Dann trifft all dies ein und es geht genau so weiter. Warum eigentlich? „Weil wir an den ruhigsten Ort dieser Welt immer auch uns selbst mitnehmen“, sagt der Schweizer Pierre Stutz, spiritueller Begleiter aus dem Kloster von Fontaine-Andre in der Schweiz.
Bei der Jahrestagung des Katholischen Bildungswerkes machte er rund 300 Bildungswerk-Engagierten aus Oberösterreich Lust zum Glauben aus den ganz nahe liegenden Quellen. „Wir brauchen Räume der Verlangsamung, wo Worte nachklingen können“, sagt Pierre Stutz. Keine bedeutungsschweren Worte der Theologie müssen das sein. Zwiegespräche von Kindern haben da ihre Bedeutung. Der fast nebenbei gesprochene Satz mag es sein. Die Lebensschule Jesu führt zu einer engagierten Gelassenheit. Es geht um ein immer wieder sich einlassen auf das Leben. Den Händedruck nicht einfach zur Floskel werden zu lassen, sich von seinen Händen etwas sagen zu lassen, ist nur ein Beispiel.
„Wir können ein Leben lang auf die großen Wunder warten, und dabei am eigentlich Wunderbaren vorbeigehen“ sieht Stutz eine Gefahr. Das Gegenteil wäre besser: Das, was ich tue, ganz bewusst zu tun. Und weiters: Wer sich vor allem von dem bestimmen lässt, was die Anderen von ihm denken, wird nicht Ruhe finden. Nicht, was wir tun, sondern wer wir sind, macht den Menschen aus, meint Stutz.