Bei den Gottesdiensten nach Ostern wird die „Apostelgeschichte“ gelesen. Sie erzählt, wie Kirche Gestalt annahm.
Eine Glaubenskongregation – wäre sie schon im Amt gewesen – hätte viel Arbeit gehabt. Was sich in den ersten Wochen, Monaten und Jahren der jungen Kirche ereignete, ist nicht so eindeutig. Von Wundern ist die Rede. Kranke hat man herbeigetragen, damit wenigstens der Schatten des Apostels auf sie fiele. Dabei waren die Apostel, von denen man sich diese Wunder erwartete, zunächst selber verzweifelt und ohne Hoffnung gewesen. Die nachösterliche Zeit steht im Zeichen des Werdens der jungen Kirche. Die Apostelgeschichte schildert das Werden der Kirche. Aus dem Kreis von Freunden, Gefolgsleuten und Bewunderern wird allmählich die junge Kirche. Es ist kein einfacher, geradliniger Weg, der da erzählt wird. Manchmal hängt das Los der Kirche an einem seidenen Faden, ohne viel Hoffnung, dass aus der Sache etwas werden könnte. Da wurden die Apostel ins Gefängnis geworfen, weil die Hohenpriester wegen des Erfolgs der Apostel eifersüchtig waren. Ein Engel des Herrn öffnet ihnen die Tore. Zwar heißt es: „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele.“ Schon im nächsten Absatz erzählt die Apostelgeschichte vom Betrug, der in der jungen Gemeinde vorkam. Ein Ehepaar wollte einen Teil eines Grundstückerlöses für sich selbst behalten. Eingeschworene Anhänger und erbitterte Gegnerschaft haben die Apostel mit ihrer neuen Lehre hervorgerufen. Viele standen zögernd daneben, ohne sich recht entscheiden zu können. „Von den Übrigen wagte niemand, sich ihnen anzuschließen; aber das Volk schätzte sie hoch“, heißt es im fünften Kapitel. Das Werden der Kirche, so schwierig es sich auch gestalten mochte, geschah im Heiligen Geist. In diesem Geist versuchten die Apostel Ordung in die Gemeinschaft zu bringen. Wahlen finden statt. Ein Nachfolger für Judas sollte gewählt werden. Und weil die Apostel selbst nicht alles machen konnten, gab es die ersten Aufgabentrennungen. Die Apostel sollten sich der Predigt widmen. Für den „Tischdienst“ ließen sie „sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit“ wählen. Guter Ruf, Geist und Weisheit, das sind somit die grundgelegten Kriterien für ein kirchliches Amt – in diesem Fall des Diakons.