In Österreich sind 90.000 Blasmusiker/innen aktiv. Begräbnisse, kirchliche Feiern, vereinseigene Konzerte machen den Großteil der über 66.000 Ausrückungen aus.
In Oberösterreich werden von den 482 Kapellen und Musikvereinen jährlich fast 4000 Begräbnisse musikalisch umrahmt. Das ist nur eines der Aufgabengebiete heimischer Blasmusiker/innen. Die musikalische Gestaltung kirchlicher Feierlichkeiten hat weitere 3237 Einsätze zur Folge.
Wer glaubt, dass Blasmusik gleich Marschmusik bedeutet, wird bei der Durchsicht der Konzertliteratur eines Besseren belehrt: Robert Stolz, Georg Gershwin, Duke Ellington und Ludwig van Beethoven finden sich ebenso auf der Liste der gespielten Komponisten wie Radetzky, Strauss und Verdi.
In Oberösterreich ist die OÖ Militärmusik eine jener Kapellen, die mit vielfältigem Programm auf hohem Niveau aufwarten kann. Eine Hör-Kostprobe gibt es beim „Brass Festival“ in Linz (am 25. April, 21.30 Uhr im Brucknerhaus). „Unser Programm ist bunt gemischt“, erzählt Mag. Franz Peter Bauer, Leiter der Militärmusik OÖ „Von Tanzmusik über Bigband bis zum klassischen Symphonischen Blasorchester spielen wir alles.“
Die musikalischen Anforderungen bei der Militärmusik sind hochgesteckt: das „Goldene Leistungsabzeichen der Blasmusik“ gilt als Richtschnur. „Gut musizieren können“, das ist es, worauf es dem Militärkapellmeister ankommt. Auf einen Militärmusiker warten bis zu 180 Einsätze jährlich. Dafür heißt es täglich um 6 Uhr morgens „Tagwache“. Nach der Standeskontrolle um 7.30 Uhr dürfen sich die Musiker „warmspielen“, von 8.30 bis 12.00 Uhr wird geprobt. Am Nachmittag besteht die Möglichkeit, musikalischen Studien z. B. am Konservatorium nachzugehen. Die Militärmusik OÖ zählt international zu den Spitzengruppen europäischer und internationaler Militärmusiken, erzählt Kapellmeister Mag. Bauer.
Übrigens: Frauen sind ab heuer bei der Militärmusik willkommen. Wer heuer noch einrücken will, muss bis Ende April sein Probespiel absolvieren.
Blech in allen Variationen
Beim „Brass-Festival“ unter dem Motto „Blech, soweit die Ohren reichen!“ wird auch die „Schäl Sick Brass Band“ aus Köln die Linzer/innen beehren. Zum Repertoire der Band gehört der Bairisch-böhmische Zwiefache, Funk aus New Orleans, bulgarische Weisen und Afrobeats. Weltblechmusik, Multi-Kulti-Truppe und „Deutschlands bestes Kollektivgebläse“ sind nur einige der Schlagwörter, mit denen die Gruppe bedacht wird. Die nach der „rechtsrheinischen“ Seite Kölns benannte Bläser-Gruppe wird am 26. April um 22.30 Uhr auf der rechten Donauuferseite mit ihrem „Karneval der Stile“ losfegen.
Das Linzer „Brass-Festival“ (25.-27. April) verspricht zünftige, erdige, traditionelle und unkonventionelle Blechklänge.