„Ich habe schon lange nicht mehr ein so gutes und intensives sozialpolitisches Gespräch geführt“, zeigte sich SPÖ-Vorsitzender Dr. Alfred Gusenbauer nach dem offiziellen Dialog der christlichen Kirchen mit der Spitze der Sozialdemokratie am 11. April in Linz zufrieden. Eine Spaltung der Gesellschaft „zwischen denen, die drinnen sind, und denen, die ausgeschlossen sind“, zu verhindern, sei ein gemeinsames Anliegen von Kirchen und Sozialdemokraten. Gusenbauer sicherte zu, die Sozialverträglichkeitsprüfung in einen Gesetzesentwurf zu formulieren und im Parlament einzubringen. „Ich möchte hoffen, dass sich die politischen Kräfte in unserer Gesellschaft der Menschenwürde annehmen“, meinte Bischof Maximilian Aichern nach dem Dialog. Kirche müsse vom Evangelium her politisch sein. Verständigt hat man sich auch auf eine gesetzliche Mindestlohnpolitik – wenngleich mit unterschiedlichen Modellen. Das Ziel, möglichst Vollbeschäftigung zu erreichen, ist für Bischof Aichern vorrangig. Der evangelische Bischof Herwig Sturm sprach sich für einen klaren Aktionsplan zur Bekämpfung der Armut aus. Die Erfahrung der Kirchen sollte dabei von der Poltitik genutzt werden. Anlass für das Gespräch war das Sozialwort der Kirchen.