Eine plötzliche Verschlechterung des Gehörs, meistens auf einem Ohr, kann zwei Ursachen haben. Eine Verstopfung des Gehörganges durch Ohrenschmalz kann beim Duschen zum plötzlichen Hörverlust führen, ist aber harmlos. Der Arzt entfernt den „Stöpsel“, das Ohr ist wieder frei. Dagegen muss der echte Hörsturz intensiv behandelt werden. Nach Virusinfekten, bei Gefäßverengungen, bei starkem Stress oder bei Verletzungen kann ein Gefühl wie „Watte im Ohr“ entstehen. Zu niedriger oder zu hoher Blutdruck kann auch die Symptome des Hörsturzes verursachen. Schlechter Hören ist eindeutig, manchmal Ohrensausen, Schwindel ist selten dabei. Gefährdet sind Raucher, Menschen mit Übergewicht, mit hohen Cholesterin- und Blutzuckerwerten. Entscheidend für die Heilung ist die sofortige ärztliche Betreuung, über Nacht zuwarten kann die Chancen drastisch verschlechtern. Innerhalb 24 Stunden muss eine gezielte Therapie begonnen werden, Ruhe ist wichtig und der Verzicht auf Nikotin, Alkohol und Kaffee. Für den Tinnitus gelten die gleichen Ursachen, sehr häufig sind aber Veränderungen der Halswirbelsäule bei der Entstehung beteiligt. Zur Vorbeugung hilft, Reizüberflutung durch Lärm oder laute Musik vermeiden. Ohrhörer sollten nicht zu lange getragen werden. Richtiger Lärmschutz bei Maschinen oder bei bestimmten Freizeitbeschäftigungen ist notwendig. Die Therapie ist häufig sehr schwierig.
Dr. Franz Daringer, Kurarzt im Kneipp-Kurhaus der Marienschwestern sowie Gemeindearzt in Aspach.