Jesus kennt seine Zukunft. Zur Vorbereitung auf das Kommende erklärt er seinen Jüngern eine Menge: Wie er zum Vater und zu den Menschen steht, wie sich die Menschen verhalten sollen und wer ihnen hilft. Das alles ist schwierig zu begreifen. Aber eines ist klar: Die Jünger werden trotz Jesu Tod nicht alleine, verwaist und ungeliebt zurückgelassen werden.
Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ Jesu Wortwahl ist kein Zufall. Er meint nicht: „Haltet einen Katalog von rituellen Geboten mechanisch ein, dann ist euch ein Platz im Himmel reserviert.“ Das würde ja seinem eigenen Handeln widersprechen. Hätte er, ein Jude, sonst etwa am Sabbat geheilt (Joh 9, 14)? Die Einhaltung der Gebote ergibt sich ganz von selbst, wenn unsere Haltung stimmt. Wer Jesus und die Nächsten liebt, wer jeder Person Respekt entgegenbringt, erfüllt gleichzeitig Jesu Gebote. Sakramente zu empfangen, regelmäßig in die Kirche gehen, beichten und das alles ist zwar gut und schön, aber eben nur mit der richtigen Einstellung.
In der Begegnung mit anderen Menschen erleben wir Grenzen. Wir können einander noch so gern haben, uns noch so angezogen fühlen, ein völliges Einswerden mit dem Gegenüber gibt es nicht. Ein Gefühl der Leere beschleicht uns immer wieder inmitten geliebter, naher Menschen. In Bezug auf Jesus gibt es keinen Anlass für so ein Gefühl. Wie sehr Jesus uns Menschen liebt, wird im Sonntagsevangelium deutlich: „Ihr seid in mir und ich bin in euch.“ Eine stärkere Zusage ist nicht vorstellbar. Wir müssen keine Brücken in langen Gesprächen bauen, wir müssen keine Verständnisgräben überwinden. Es ist nicht nötig Jesus nachzulaufen, sich bei ihm einzuschmeicheln. Jesus ist schon da. Er ist mit uns verbunden. Diese Verbundenheit mit Jesus ermöglicht uns, zu leben – sogar über den Tod hinaus. Jesus für unser Leben anzunehmen, bleibt dabei unsere Eigenverantwortung.
Jesus weiß auch, dass sich die Menschen mit seinen Worten nicht leicht tun. So verheißt er den Jüngern – und in Nachfolge auch uns – einen Beistand. Wer ist das? Ein Parakletos (so das griechische Wort) ist einer, der zu Hilfe gerufen wird, der tröstet und stärkt. Der Parakletos ist der Geist der Wahrheit – der Heilige Geist. Und wo können wir diesen Helfer, Tröster, Stärker finden? Der Heilige Geist lebt in uns. Er hilft uns, diesen Jesus zu verstehen. Den Geist finden wir auch in unseren besonderen, von Gott gegebenen Begabungen. Wir dürfen getrost und gestärkt diese Begabungen ausüben. Der Heilige Geist wird uns lehren und helfen, es in der richtigen Haltung zu tun.