Während die angekündigte Weihe von Priesterinnen in der kath. Kirche als „Akt der Provokation“ gewertet wird (siehe S. 8), die dem Anliegen der Frauen mehr schade als nütze, ist es um den „Diakonat der Frau“ still geworden. Grundsätzlich gilt: Der „Ständige Diakonat“ ist eine eigene Weihestufe (geweiht werden können seit dem 2. Vat. Konzil auch verheiratete Männer). Priesteramtskandidaten werden ca. ein Jahr vor der Priesterweihe zum Diakon geweiht.
Nun zum vorliegenden Buch: Dorothea Reininger hat ein kompaktes Werk über den Diakonat der Frau „in der Einen Kirche“ veröffentlicht. Kirchengeschichtliche Fakten und praktische Erfahrungen mit „Diakoninnen“ in anderen christlichen Kirchen werden hier aufgezeichnet. Argumentationsmuster zum Diakonat der Frauen aus anderen christlichen Kirchen werden wiedergegeben. Die Autorin geht der Frage nach, wie diese Erkenntnisse in die röm.-kath. Kirche einfließen könnten und kommt nach gründlicher Recherche zu folgender Schlussfolgerung: „Der Diakonat der Frau könnte somit als ein gemeinsames (bestehendes oder gewünschtes) Amt für Frauen in allen christlichen Kirchen als positives Signal zur Wiedergewinnung der Einheit der Kirchen beitragen.“
Das Buch ist ein gutes Nachschlagwerk und versucht, was der Autorin zwar nicht ganz gelingt, auch für Nicht-Theolog/innen verständlich zu sein.
Dorothea Reininger, Diakonat der Frau in der Einen Kirche. Diskussionen, Entscheidungen und pastoral-praktische Erfahrungen in der christlichen Ökumene und ihr Beitrag zur römisch-katholischen Diskussion. Mit einem Geleitwort von Bischof Karl Lehmann, Schwabenverlag, E 25,45, S 350,–.