Die katholische Kirche in Russland gerät immer stärker unter Druck. Die Einreiseverweigerung am Moskauer Flughafen für den katholischen Bischof in Irkutsk, Georgij Mazur, vom Freitag vergangener Woche markiert den vorläufigen Höhepunkt. Vorausgegangen waren antikatholische Demonstrationen in mehreren Städten, ein plötzliches Bauverbot für die bereits im Juni 2000 begonnene Kirche in Pskow und eine Debatte im russischen Parlament über einen Gesetzesentwurf zum „Verbot“ der vier im Februar vom Papst errichteten Diözesen.Für Moskaus katholischen Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz stehen die Ereignisse in einem Zusammenhang: „Vieles deute auf eine organisierte Kampagne gegen die katholische Kirche hin.“ Er appellierte an die internationale Staatengemeinschaft und Menschenrechtsorganisationen, sich für die Glaubensfreiheit und die verfassungsmäßigen Rechte der Katholiken einzusetzen. In der Parlamentsdebatte forderten Duma-Abgeordnete Präsident Putin auf, die Aktivität der katholischen Diözesen zu unterbinden, weil sie die Einheit des russischen Staates bedrohten. Beobachter geben dem Verbotsantrag wenig Chancen. Selbst wenn die Duma ihn billigen sollte, müsste Präsident Putin der Maßnahme zustimmen – und mit erheblichen internationalen Protesten rechnen.