Leitlinien für eine neue Gestalt der Kirche zeigte der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl vor 80 Seelsorger/innen aus Bayern und Österreich auf. Im Folgenden ein Ausschnitt aus seinem Referat.Die Gesellschaft leidet an Unversöhnlichkeit. (...) Wichtige Voraussetzung für Versöhnung aber ist Vergebung. Im politischen Maßstab scheint Vergebung keine Chance zu haben. Und selbst, wo sie beginnt, haben sich fast immer Rückschläge, meist durch radikale Gruppen erzwungen, eingestellt. Zur christlichen Utopie gehört es zu glauben, dass dennoch unter den Parteiungen, Volksgruppen, ja ganzen Völkern Versöhnung möglich ist. Dafür muss aber erst ein Resonanzboden geschaffen werden, „in dem ein solcher Gedanke seinen Wohlklang entfaltet. Christen können und müssen damit anfangen, durch das ansteckende Zeugnis ihrer Vergebungsbereitschaft und gelingenden Versöhnung einen solchen Resonanzboden zu schaffen (O.H. Pesch)“.
Kirche, um hilfreich sein zu können, müsste alles daransetzen, um die vielen Unversöhnlichkeiten in den eigenen Reihen zu beheben. Versöhnung zwischen den verschiedenen Gruppierungen, Denk und Frömmigkeitsrichtungen. Versöhnung zwischen sogenannten Konservativen und Progressiven, zwischen „oben und unten“. (...) Vor allem aber auch in der Ökumene, wo sich alle zu Christus bekennen, und sich doch so schwer achten und lieben können.