Ausgabe: 2002/18, Pfau, Stolz, Auferstehung, Ostern, Leben
29.04.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Ohne Zweifel ist er für den Pfau unpraktisch: sein langer Federschwanz. Wendiger und schneller wäre er ohne diese Zierde. Aber wenn er sein Rad schlägt, dann sind alle Nützlichkeitsüberlegungen vergessen. Da gibt es keinen Besucher eines Tierparks, der nicht stehen bleibt und staunt. Und natürlich sind seine Federn ein beliebtes Souvenir.Für die Gläubigen der alten Kirche war der Pfau Symbol des ewigen Lebens. Schon im zweiten Jahrhundert findet man in den Katakomben Darstellungen dieser Vögel. Ein bekanntes Motiv zeigt zwei Pfaue, die aus einem Kelch trinken. Das Bild übersetzt in die Sprache des Glaubens: Wer Anteil hat am Leib und Blut Christi, dem wird ewiges Leben verheißen. Als die Pfauenfedern im 13. Jahrhundert immer mehr zu Luxusgegenständen wie Fächer und Prunkmäntel verarbeitet wurden, verschwanden die Darstellungen aus sakralen Gebäuden.