Wer das Linzer Duo Hans-Peter Falkner und Markus Binder kennt, wird den Titel der CD als Dialektwort erkennen, es wäre aber auch egal, wenn es jemand englisch aussprechen würde – es bedeutet das selbe. „Sun“ heißt auch ein Titel auf der CD. Egal, in welcher Stadt man in die Sonne schaut, sie ist überall die selbe. Attwenger sind nicht mehr so experimentell wie auf ihrem letzten Album „song“. „Sun“ besteht wieder aus Liedern, wenn auch nicht vergleichbar mit der Musik, die Attwenger bekannt gemacht hat. Natürlich dominieren wieder Schlagzeug und Akkordeon, doch Freunde der Volksmusik werden damit sehr wenig anfangen können. Für Fans von Attwenger ist die Scheibe aber ein Genuss. Markus Binder spielt mit Wortmelodien, erstmals ist auch eine weibliche Stimme zu hören (Catriona Shaw in „rehn 2“) und mit Längen bis zu 10:51 Minuten sind wenig Hitparaden-verdächtige Lieder dabei. Das Booklet passt zur Musik – Eine Collage aus Bildern aus verschiedenen Zeiten und verschiedenen Kulturen. Ein Beispiel: Der Flughafen von Islamabad um 10 Uhr Vormittag geht sanft über zum „Flug“. Oder Mühlviertler Dialekt begleitet vom serbischen Boban Markovic Orkestar.
Attwenger: Sun, Trikont, Vertrieb: Hoanzl, ca. e 17,–.