Bischof Maximilian Aichern, Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer und Landesrat Josef Ackerl überreichten am 15. Mai 2002 – nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe – die diesjährigen Solidaritätspreise an neun Frauen, Männer bzw. Gruppen.
Der Solidaritätspreis wird seit 1994 vergeben. Im Einreichverfahren erreichten uns etwa 215 Vorschläge, die auf verschiedene Namen in den Kategorien „Einzelpersonen“, „Gruppen“ und „Kinder/Jugendliche“ lauteten. Auf Vorschlag der Jury wurden daraus folgende Preisträger/innen ausgewählt:
Einzelpersonen
Elke Kastner, Haag, für Ihren Friedensdienst in einem Jugendzentrum in Vukovar, das von kroatischen und serbischen Jugendlichen frequentiert wird. Diakon Josef Parzer, Gampern, für sein umfassendes Engagement in Pfarre und Schule, für soziale und pastorale Dienste und erwachsenenbildnerische Aktivitäten. Dr. Erna Putz, Ostermiething, für ihr Arbeiten wider das Vergessen oder Verschweigen der NS-Zeit, insbesondere für das „Lebenswerk Jägerstätter“. Auch Ihr pfarrliches wie soziales Engagement wird gewürdigt. Konrad (Kurt) Rohrhofer, Linz, für jahrelanges ehrenamtliches Engagement bei der ARGE für Obdachlose, der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung, der Katholischen ArbeitnehmerInnenbewegung und für Anliegen einer „Eine-Welt-Gerechtigkeit“.
Gruppen
Projekt „Flower Power“ – Schatztruhe Regenwald-Club, Luftenberg, für den originellen wie zähen Einsatz, mit dem das Projekt ökologisches und soziales Engagament verknüpft. Dabei werden Jugendliche zu aktiver Mitarbeit angeregt. Ein Schwerpunkt des Engagements gilt dem Schutz des Regenwaldes, ein weiterer der Unterstützung der Menschen von Ladakh, Indien.
Das Mitarbeiter/innen-Team von Hof Tollet bei Grieskirchen für Ihren weit über ihre bloße Dienstpflicht hinausgehenden Einsatz für behinderte Menschen, denen Sie Arbeit und Wohnung im Hof Tollet geben. Die Wiedereingliederungsrate in den regulären Arbeitsmarkt ist sehr hoch – ein Erfolg des mit hoher menschlicher wie fachlicher Kompetenz arbeitenden Teams.
Bewohner/innenvertretung von St. Pius, Caritas für Menschen mit Behinderungen, Steegen für das richtungsweisende Engagement, durch Zusammenschluss die eigenen Interessen zur Sprache zu bringen und zu vertreten. Die Bewohnervertreter/innen sind Menschen mit Handicaps ein Vorbild, sich nicht mit der Rolle zufrieden geben, dass für sie gesorgt wird, sondern auf Partnerschaft zu pochen, Anliegen zu formulieren und auch an deren Umsetzung mitzuwirken.
Verein RIFA – Rieder Initiative für Arbeitslose –, Ried/I, für das langjährige Engagement für Arbeitslose und die kreative Auffindung von Tätigkeitsfeldern samt der nachfolgenden Organisation des Leistungs-Angebots.
Kinder/Jugendliche
Projekt „Sprache verbindet“, Amstetten, für die Initiative von Schüler/innen aus vier höheren Schulen, mehr als 70 Ausländer/ innen in der deutschen Sprache zu unterrichten. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Integration, die als beidseitiger Akt des Kennenlernens den Kontakt mit anderen Kulturen als Bereicherung erfahrbar macht.
Land & Leute
Großes Fest
Der Solidaritätspreis der Kirchenzeitung wird heuer zum neunten Mal verliehen. Er hat sich zu einem großen Fest der Solidarität entwickelt, zu dem jährlich ca. 300 Leute ins Linzer Landhaus kommen. Die Kirchenzeitung kann sich dabei über die Teilnahme nicht nur einer großen Zahl Prominenter freuen, sondern auch über die vieler Freunde, Wegbegleiter und einfacher Leute, die in den verschiedensten Bereichen engagiert sind. Unter den heurigen Ehrengästen befand sich neben den durch die Verleihung aktiv Beteiligten (Bischof, Landeshauptmann und Soziallandesrat) u. a. auch Bundesminister Wilhelm Molterer.