Nächste Woche tagt die Österreichische Bischofskonferenz. Dabei wird der nach der Frühjahrssitzung in St. Arbogast aufgebrochene offene Konflikt um den Religionsunterricht für neuerlichen Diskussionsstoff sorgen. Unter vielen diözesanen Schulamtsleitern herrschen nach wie vor Unverständnis und Verbitterung darüber, wie Schulbischof Kardinal Christoph Schönborn in der Lehrplanfrage vorgegangen ist. Dass ein jahrelang erarbeiteter und von den Bischöfen abgesegneter Lehrplan, der erst seit zwei Jahren in Kraft ist, neu gefasst werden soll, ist für die Mehrheit der Schulamtsleiter nicht einsichtig. Dass dabei die Schulamtsleiterkonferenz und das Interdiözesane Amt für Unterricht und Erziehung weitgehend übergangen werden sollen, ist einmalig und verbittert. Die Solidarität mit den Schulamtsleitern, die am 8. April ihre Vorstandsfunktionen zurückgelegt haben, war außerordentlich breit, berichten Betroffene. Dass es seither keine Gesprächsangebote des Schulbischofs gegeben hat, um den Konflikt zu bereinigen, wird nicht nur von den Zurückgetretenen bedauert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir im Oktober einen neuen Vorstand wählen, wenn dieser Konflikt und die weitere Vorgangsweise nicht geklärt sind“, meint etwa Karl Aufreiter von Linz. Ein erster Wahlversuch ist schon geplatzt.