Eine gute Frau im Österreich der zwanziger und dreißiger Jahre hatte sich zu fügen, die Männer hatten das Sagen. „Die Welt des Mannes ist groß, verglichen mit der der Frau. Die Welt der Frau ist der Mann. An anderes denkt sie nur ab und zu!“, erklärte Adolf Hitler ein Jahr nach seiner Machtergreifung. Der Gallneukirchner Zeitgeschichtsforscher Kurt Czervenka beschäftigt sich in seinem zweiten Buch „An der Heimatfront“ damit, wie es den Frauen und Mädchen im faschistischen Männerstaat in den Jahren 1938 bis 1945 erging und welchen Belastungen sie ausgesetzt waren: der Angst um die Männer, Väter und Söhne an der Front, die ihren Alltag bestimmte, der Sorge um Familie und Haus, den bedrohlichen Luftangriffen und dann der einsetzenden Propaganda, sich in der Arbeitswelt für das „Reich“ einzubringen.Viele Frauen passten nicht in die Nazi-Ideologie – ihnen passierte Schreckliches, weil sie eigenständig dachten oder nicht-arisch waren ... In dem Buch ist auch weiblicher Widerstand dokumentiert, eine Art von Heldinnentum. Das Buch sollte jede/r geschichtsinteressierte Oberöstereicher/in lesen! Der bekannte Ottensheimer Heimatforscher Otto Kampmüller, mit dem Kurt Czervenka vor drei Jahren die Recherchen begann, hat das Erscheinen des Buches nicht mehr erlebt. Er ist vor fast zwei Jahren verstorben.
Kurt Cerwenka/Otto Kampmüller: „An der Heimatfront“ – Frauen und Mädchen in Oberösterreich zwischen 1938 und 1945. Edition Geschichte der Heimat, Abbildungen, E 14,90.