Frauen am äußersten Rand der Gesellschaft stehen beim Caritas-Projekt „Lena“ im Mittelpunkt: Prostituierte. Eine Hilfe zum Ausstieg droht am fehlenden Geld zu scheitern.
Eigentlich sollten acht Frauen, die von Lena betreut werden, bereits die ersten Kurseinheiten für den „Europäischen Computerführerschein“ hinter sich haben, doch die Finanzierung des Projekts ist gescheitert. Mit der Ausbildung hätten diese Frauen die Möglichkeit erhalten, aus der Prostitution auszusteigen.
Perspektiven für ein neues Leben
„Wir wären im September gestartet mit Geld vom Bildungskonto des Landes Oberösterreich“, erzählt Helga Ratzenböck, die Leiterin von „Lena“. Eine mündliche Zusage für die Förderung hat es bereits gegeben. Aber dann hat sich herausgestellt, dass das doch nicht möglich ist. Die meisten der Betroffenen sind Ausländerinnen. Sie dürfen als „Selbstständige ohne Niederlassung“ in Österreich als Prostituierte arbeiten, können sich aber nicht als arbeitslos melden und erhalten deshalb keine Förderung vom Bildungskonto. „Das war keine böse Absicht von den zuständigen Leuten“, betont Frau Ratzenböck. „Wir haben erst beim Ausfüllen der Formulare bemerkt, dass nur drei Frauen gefördert werden können.“
„Für diese Frauen ist die Situation besonders schlimm,“ sagt Helga Ratzenböck „Immer wieder in ihrem Leben wurden ihnen Dinge versprochen und dann nicht eingehalten und es wurde ihnen nur wieder das Geld aus den Taschen gezogen.“
Deshalb möchte die Leiterin jetzt Spenden sammeln. Sobald die nötigen 15.300 Euro beisammen sind, soll der Kurs beginnen. Vom Erfolg des Projekts ist Helga Ratzenböck überzeugt. Bereits im Vorjahr haben neun Frauen den Kurs begonnen, sieben haben ihn tatsächlich geschafft. Damals stand Geld von einem Preis, vom Landes-Frauenbüro und aus Spenden zur Verfügung.
Nicht mehr alles gefallen lassen
Drei Frauen haben jetzt andere Jobs, weitere möchten das mit Kursen noch schaffen. Auf jeden Fall wurde das Selbstbewusstsein der Frauen so gestärkt, dass sie sich nicht mehr alles gefallen lassen. „Eine Frau hat mir erzählt, dass das Wichtigste die Prüfung im Prüfungszentrum war – sie sind behandelt worden wie alle anderen Teilnehmer auch und wurden nicht auf ihren Körper reduziert.“
Nähere Information: DSA Helga Ratzenböck, Lena – Internationaler Treffpunkt und Beratungsstelle für Frauen, die in der Prostitution arbeiten, Linz, Steingasse 25, 2. Stock. Tel. 0732/77 55 08.