Ausgabe: 2002/38, Eklat, Johannes Paul II, Gut, Motto, Lütz;
17.09.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
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UN-Bericht sorgt für Eklat
Brasilien. Nicht fehlende Nahrungsmittel, sondern ausschließlich soziale Ungleichheit rufe das gravierende Hungerproblem der zwölftgrößten Wirtschaftsnation hervor. Zu diesem Schluss kommt der UN-Sonderberichterstatter Jean Ziegler im nun vorgelegten UN-Bericht über den Hunger in Brasilien. Zieglers Kritik löste einen politischen Eklat aus. Ein hoher Regierungsbeamter bezeichnete ihn sogar als „verrückt, unehrlich und tendenziös“. Die Bischofskonferenz betonte mit Blick auf die Wahlen im Oktober, Millionen Hungernde in einem reichen Land seien ein Skandal. Laut Regierungsangaben sind 22 Millionen von Hunger betroffen.
- Johannes Paul II. jetzt auf Platz 5
Vatikan. Mit einer Amtszeit von 23 Jahren, 10 Monaten und 25 Tagen ist das Pontifikat von Johannes Paul II. das fünftlängste der Kirchengeschichte. Bisher hatte diesen Platz Hadrian I. inne, der die Kirche von 772 bis 795 führte.
- Gesundheit als höchstes Gut?
Wien. Vor den Gefahren einer „totalitären Gesundheitsreligion“ hat Manfred Lütz gewarnt. Der Kölner Arzt und Theologe kritisiert, dass Gesundheit zum höchsten Gut erhoben werde. Wenn nur der absolut gesunde Mensch der eigentlich „richtige“ sei, „dann sind wir alle Menschen zweiter Klasse und ganz besonders sind das dann Behinderte und Kranke“, so Lütz, der besonders vor einer fundamentalistischen Ausprägung der „Gesundheitsreligion“ warnt: der „Ethik des Heilens“. Diese bedeute das Ende jeder ethischen Debatte. Jedes Gegenargument gelte nur mehr als zynisch, nach dem Motto „Wollen Sie etwa einem Menschen der krank ist, nicht helfen?“ Lütz: „Das führt dazu, dass Embryonen getötet werden dürfen, um Parkinson-Kranke zu heilen.“