Eine Weltreligion unter dem dem Blickwinkel „Problemfall“ abzuhandeln, wie der Schweizer Theologe Georg Schmid das tut, ist Muslimen gegenüber provokant. Gleichzeitig ist es eine nüchterne Beschreibung dessen, was die Mehrheit der nichtmuslimischen Europäer gegenüber dem Islam empfindet: Unsicherheit und Angst. Der Autor geht der Frage nach, ob der „wahre Islam“ eine Friedensreligion oder eine Gefahr für den Weltfrieden ist. Unbestreitbar gehört der Krieg zum Ursprung des Islam. Mohammed verstand sich als Prophet und Heerführer zugleich. Der Krieg lässt sich nicht einfach aus dem Verständnis des Islam streichen. Entscheidend bleibt, auf die Ursache der Kriege zu schauen: Mohammed weiß sich berufen, dem einen Gott zur Herrschaft zu verhelfen, was auch Gewalt rechtfertigt. Das Bekenntnis zum einen Gott führt aber nicht notwendig in die Gewalt, sondern - im Gegenteil - zum Frieden, so Schmid: Es lassen sich jene Gottesbilder des Koran vertiefen, die Allah als den beschreiben, der fähig ist „Liebe zu setzen zwischen Muslimen und ihren Feinden“ (Sure 60). Dieser Gott braucht keine Schwerter zur Verteidigung seiner Ehre. Weiters behandelt der Autor die Themen Fundamentalismus, Selbstmordattentate und Al Quaida. Er erklärt die Hintergründe dieser Phänomene und konfrontiert sie mit dem westlichen Demokratieverständnis und den Aussagen des Koran. Das Buch gibt – respektvoll und fundiert geschrieben – Informationen zu jenen brennenden Fragen, um die man sich im Dialog mit den Islam nicht drücken kann.
Georg Schmid, Problemfall Islam. Friedensreligion oder Gefahr für den Weltfrieden?, Paulusverlag 2002, 136 Seiten, E 15,50