Musik der Völker ist „in“. Ob Afro-, Ethno- oder Regenwald-Sound: der globalen Klangkulisse wird gern gelauscht. Die eigene musikalische Tradition hat´s da oft schwerer.
„Ethnomusik ist toll. Volksmusik ist reaktionär“ - diese Zuteilung war in den 80-er Jahren üblich, erzählt Gotthard Wagner von den Urfahraner Aufgeigern. Dem Musiker war das zu wenig, denn Volksmusik hat viele Seiten. „Sie war einerseits reaktionär, hat aber andererseits herrschende Missstände kritisiert. Volksmusik war ein Beitrag zur Konfliktbewältigung. Beim Gstanzl-Singen hat man vieles auf den Punkt bringen können.“, beschreibt Wagner das Zweischneidige der Volksmusik. Gotthard Wagner, der seit 10 Jahren erfolgreich das Volksmusik-Projekt „Sunnseitn,“ organisiert hat klare Vorstellungen davon, wie das über die Bühne gehen soll. Punkt 1: Es gibt keine Bühne, sondern nur einen Tanzboden. Volksmusik versteht Wagner nicht als Unterhaltungsmusik für ein andächtig lauschendes Publikum, sondern passiert dort, wo die Menschen sitzen, stehen, tanzen. Punkt 2: Wagner verzichtet auf einen fixen Programmablauf. Denn: „Der Abend soll sich frei entfalten können.“ Moderatoren, die durch das Programm führen, braucht man – Punkt 3 – bei der „Sunnseitn“ nicht. Wagner setzt hier auf die Spontaneität der Mitwirkenden. Volksmusik ist für Wagner „die individuelle Sprache der Menschen“, so hat jede Region ihre eigene, unverwechselbare Landler-Tradition. Musik gelingt es, Sprachbarrieren zu überwinden und eine internationale Sprache zu entwickeln. „Der Grenzverkehr unter Musikern funktioniert wesentlich besser als unter Politikern“, kann Wagner aufgrund langjähriger Sunnseitn-Erfahrung im Grenzgebiet OÖ-Tschechien berichten. Ein Element ist für das Projekt „Sunnseitn“ wesentlich: Volksmusik spiegelt gesellschaftliche Zustände wider, greift sie auf, kann sie verändern. Damals wie heute. Die Unterstützung sozialer Projekte in Brasilien oder Weißrussland gehören daher zum „Sunnseitn“-Programm. Volksmusik und soziales Engagement - Mehr darüber folgt in Kürze.
„Sunnseitn“: Auf den Spuren des Landlergeigers Anton Bruckner am 28.9., Treffpunkt: 13.30 Uhr, Brucknerhaus. Busfahrt nach Windhaag mit Tanz, Musik, Literatur. Wir verlosen 3 x 2 Eintrittskarten. Kennwort: Sunnseitn. Einsendungen bis 20. 9. an: KIZ, Kapuzinerstr. 84, 4020 Linz. Mail: elisabeth.leitner@kirchenzeitung.at