St. Marienkirchen/Pol.: Ein Missionar berichtet von seinem Lebenswerk
Ausgabe: 2002/38
17.09.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Bild: Pater Karl Kuppelwieser mit engen Mitarbeitern.
Pater Karl Kuppelwieser ist seit über 40 Jahren in der Mission in Südafrika tätig. Unterstützung erhält er auch aus Oberösterreich.
„Wenn man als Missionar zu den Ärmsten geht, kann man nicht über Armut predigen. Man muss handeln!“, erklärt der resolute Mann hinter dem Pult die Beweggründe für seine Arbeit. Karl Kuppelwieser, der 1961 nach Südafrika gekommen war, begann 1989 mit seinem wichtigsten Projekt: Sizanani, einem Dorf im Gebiet der Mandebele, das vor allem der Pflege behinderter Kinder und aidskranker Menschen gewidmet ist. Der Name bedeutet: „Wir helfen uns gegenseitig.“ In den Pfarren Eferding, Attnang, Grieskrichen, Krenglbach und St. Marienkirchen/Polsenz berichtete der Missionar, der seit 1973 Kontakt mit Oberösterreich hat, letzte Woche von seiner Arbeit.
In Südafrika kommen mit acht Prozent viermal so viele Kinder mit einer Behinderung zur Welt als in Österreich. Herzstück von Sizanani ist daher, neben Einrichtungen für Frauen, Aidskranke und Waisen, das Heim für 250 körperlich und geistig behinderte Kinder. Nicht Bekehrung, sondern der Dienst an den Menschen stand schon früh im Mittelpunkt von Kuppelwiesers Arbeit. Einst wurde er dafür kritisiert, jetzt ist es auch das Motto der südafrikanischen Bischöfe.
Hohe Arbeitslosigkeit
Sizanani liegt in einer der ärmsten Regionen Südafrikas mit einer Arbeitslosigkeit von 80 Prozent. Pater Karls Bemühen galt daher dem Aufbau von Werkstätten sowie der Errichtung landwirtschaftlicher Betriebe. Das in den Werkstätten hergestellte Kunsthandwerk trägt, wie auch Gast- und Beherbergungsbetriebe, zur Finanzierung bei.Doch dadurch können die Kosten nicht gedeckt werden und Pater Karls Arbeit ist auch weiterhin auf Hilfe angewiesen. Um für 5.000 vom HIV-Virus infizierte Frauen und ihre Familien Arbeit und Versorgung sichern zu können, hat der Missionar nun drei große Farmen gepachtet.
Für die Anschaffung eines Traktors z.B. benötigt er Unterstützung. Dabei baut er nicht zuletzt auf seine Freunde in Oberösterreich von denen ihn einige 1998 besuchten und sich vom Erfolg seines Lebenswerks überzeugen konnten.
Spenden zur Unterstützung von Pater Kuppelwieser bitte auf das Kto. 19117 bei der Raika Bramberg (BLZ 35011).