„Jetzt ist der Sommer wieder vorbei" - meist wird dieser Satz von einem tiefen Seufzer begleitet. In den letzten Tagen war das nahe Ende des Sommers besonders abends spürbar. Tagsüber lagen die Temperaturen noch bei 20 Grad.
Mit dem Rückzug der Sonne beginnen viele schweren Herzens sich in ihre Wohnungen und Häuser zurückzuziehen. Und manche warten schon jetzt auf die Herbstdepression. Dass der Abschied vom Sommer schwer fällt, liegt auf der Hand. Das Sonnenlicht tut - was mittlerweile wissenschaftlich belegt ist - der menschlichen Seele gut. Ausgedehnte Badeurlaube, nächtliches Beisammensitzen und Grillgelage im Freien finden ihr Ende. Die Blumen müssen vom Balkon geholt werden, die letzten Früchte des Gartens sind in den nächsten Wochen zu ernten.
Die Welt in warmen Golde
Der Abschied vom Sommer hat auch Schriftsteller wie Heinrich Heine oder Herman Hesse beschäftigt. Hesse etwa beschreibt den Beginn des Herbstes so: „Der Herbst streut weiße Nebel aus. Es kann nicht immer Sommer sein! Der Abend lockt mit Lampenschein mich aus der Kühle früh ins Haus." Noch dramatischer schildert Heinrich Heine den Abschied vom Sommer: „Das gelbe Laub erzittert es fallen die Blätter herab; ach, alles, was hold und lieblich, verwelkt und sinkt ins Grab."
Dieser herbstlichen Untergangsstimmung geben sich nicht alle Dichter hin. Eduard Mörike kann der herbstlichen Idylle viel abgewinnen: „Im Nebel ruhet noch die Welt, noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wie der Schleier fällt, den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt, in warmen Golde fließen.“ Und auch Fried-rich Hebbel sieht dies ähnlich: „Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah. Die Luft ist still, als atmete man kaum, und dennoch fallen raschelnd, fern und nah die schönsten Früchte ab von jedem Baum.“ Der Wechsel der Jahreszeit hat für jene, die ihre Sinne öffnen, Reizvolles zu bieten: die klare Luft, das bunte Farbenspiel der Natur, die Früchte des Herbstes wie Kastanien, für die man schon das Säckchen zum Einsammeln bereit halten kann. Der Geruch von feuchtem Herbstlaub und trockener Erde umweht die Nase. Ausgedehnte Wanderungen sind in dieser Jahreszeit ideal, da mittags die Temperaturen nicht mehr so hoch klettern wie im Sommer. Das bewusste Wahrnehmen der Natur, der weite Blick auf eine herbstliche Landschaft, einen tiefgrünen See lässt Ruhe einkehren. Der Herbst hat auch schöne Seiten.
Wander-Tipp: Sonnstein
Zur Sache
Ausgangspunkt dieser Wanderung ist Traunkirchen. Nach dem Ortskern bietet ein Parkplatz den Wanderern Gelegenheit, ihr Gefährt stehen zu lassen. Gegenüber vom Parkplatz befindet sich der Aufstieg zum kleinen Sonnstein. In 1 1/2 Stunden Gehzeit lässt sich der Gipfel erklimmen. Der Kleine Sonnstein ist 923 m hoch. Besonders lohnend ist die Aussicht vom Gipfel. 600 m geht es von oben steil bergab, unten liegt der Traunsee. Apropos Verpflegung: Am Kleinen Sonnstein besteht Einkehrmöglichkeit in einer Hütte. Wer auch den Großen Sonnstein (bei Ebensee) begehen möchte, kann vom Kleinen Sonnstein weiter gehen. Die gesamte Gehzeit beläuft sich dann auf 3 1/2 Stunden. Tipp: Mit Schiff von Ebensee zurück nach Traunkirchen. Wichtig: Vorher Auskunft über die Schifffahrtszeiten einholen. - Was ist für diese Route erforderlich? Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit.