Die Caritas und die evangelische Diakonie fürchten, dass immer weniger Asylwerber in die Bundesbetreuung (Mindestversorgung und Unterbringung) aufgenommen werden. Grund ist eine neue Richtlinie des Innenministeriums, die ab Oktober in Kraft tritt, aber bereits jetzt angewandt wird. „Wir rechnen damit, dass noch vor dem Winter 1000 Asylwerber aus der Bundesbetreuung fliegen und auf der Straße landeen, berichtet der Leiter der evangelischen Flüchtlingsberatung Christoph Riedl. Obwohl nach einer EU-Richtlinie, die bis 2004 in allen Ländern gelten soll, eine staatliche Grundversorgung für alle Asylwerber vorgesehen ist, werden in Österreich Flüchtlinge, die ohne gültigen Ausweis kommen oder deren Chancen auf Asyl von vornherein schlecht stehen, nicht in die Bundesbetreuung aufgenommen. Aus der staatlichen Flüchtlingsbetreuung entlassen werden nach der neuen Richtlinie auch alle Flüchtlinge, deren Asylantrag in erster Instanz, die oft unzuverlässig arbeitet, abgelehnt wurde – auch wenn weitere Verfahren laufen. Die Sektion Fremdenwesen im Innenministerium begründet das Vorgehen mit den begrenzten Quartieren. Nicht gesagt wird, dass viele Pensionen die Zusammenarbeit aufgekündigt haben, nachdem die „Vollpension“ auf knapp 14 Euro gekürzt wurde.