Canterbury. Das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof George Carey von Canterbury, sieht die Einheit seiner Kirche ernsthaft in Gefahr. Der Verlust an Gemeinsamkeit nehme bereits krisenhafte Ausmaße an, die Gemeinschaft werde durch Alleingänge einzelner Ortskirchen, Diözesen oder lokaler Gruppen zunehmend untergraben, beklagte Carey beim anglikanischen Konsultativrat in Hongkong. Carey, der im Oktober als englischer Primas zurücktritt, nannte vor allem Differenzen in der Frage der Priesterinnenweihe, der Sexualmoral und der Einhaltung gemeinsam vereinbarter Richtlinien.
- Kinder stören das Leben
Wien. Aus Angst vor dem Zukurzkommen verzichten nach Einschätzung des Wiener Pastoraltheologen Paul M. Zulehner immer mehr Paare auf Kinder. Männer und Frauen hätten zu wenig Energie für den Nachwuchs, da sie die Jagd nach Glück und die Inszenierung des eigenen Lebens viel zu sehr beschäftige. Seine Vision sei, dass Eltern sich eines Tages darum streiten, wer zu Hause bleiben und die Kinder erziehen dürfe. Von dieser Situation sei die Gesellschaft noch astronomisch weit entfernt, sagte Zulehner anlässlich des Weltkindertages am 20. September.
- Ruin für die Landwirtschaft
Buenos Aires. Der argentinische Caritas-Präsident Bischof Casaretto forderte die USA und die EU auf, die Subventionen für Agrarprodukte abzubauen. Mit den subventionierten Preisen könne die argentinische Landwirtschaft weder auf dem Weltmarkt noch im eigenen Land konkurrieren. Viele Familien würden dadurch ihr Einkommen verlieren. In Argentinien leben bereits 50 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze.