Wenn orthodoxe Gläubige Katholiken beim Gottesdienstbesuch mit Steinen bewerfen und bespucken, sei das eine Christenverfolgung durch Christen. Mit diesen scharfen Worten kritisierte der Kölner Kardinal Joachim Meisner die ausartenden Spannungen zwischen Christen in Russland. Der russisch-orthodoxe Patriarch Aleksij II. forderte die katholische Kirche auf, ihre Ziele in Russland zu ändern. Die russische Orthodoxie wirft der katholischen Kirche „Mission“ in Gebieten vor, die traditionell der Orthodoxie zustünden. Seit der Vatikan im Februar vier römische Diözesen auf dem Gebiet der russischen Föderation errichtet hat, haben die Spannungen zugenommen. Die Behörden nehmen in diesem Konflikt eine parteiische Position ein. Fünf ausländischen Priestern, darunter Bischof Mazur, wurde die Einreise verweigert, bereits bewilligte Kirchenbauten wurden gestoppt. Kardinal Walter Kasper vom römischen Einheitssekretariat sprach letzte Woche von „ganz großen Schwierigkeiten“.