Am Sonntag werden 15 Männer und Frauen im Linzer Dom zum Dienst in der Seelsroge beauftragt. Wir befragten zwei von ihnen nach der Motivation für diesen Beruf.
Mag. Margarethe Wimmer hat zunächst die Tourismusfachschule in Bad Ischl absolviert. Durch das Erlebnis von Jugendwochen in Kremsmünster wurde in ihr das Bedürfnis geweckt, ihren beruflichen Platz in der Seelsorge zu suchen. Sie studierte Theologie und wirkt nun seit September 2002 in der Linzer Pfarre Christkönig als Pastoralassistentin.
„Ich habe in einer kirchlichen Gemeinschaft – den Jugendwochen – viel geschenkt bekommen, viel Ermutigung und Kraft auch für Dinge, die ich mir so nicht zugetraut hätte. Für meine Entscheidung zum Beruf der Pastoralassistentin war es bedeutend, dass ich selbst erlebt habe, dass Glaube ohne Gemeinschaft nicht lebbar ist.“
Nach und nach kam auch der Wunsch dazu, dieses Erlebnis des Glaubens weiterzugeben. „Mir wurde klar“, sagt Margarethe Wimmer, „dass ich das nur verwirklichen kann, wenn ich in der Kirche arbeite.“ Am sichtbarsten ist diese Gemeinschaft in den Pfarren. So entschied sie sich für die Pfarrseelsorge.
„Natürlich wird in einer Pfarrgemeinde auch über den Glauben geredet, aber zuerst wird er miteinander gelebt!“ Zuerst muss die Erfahrung des Miteinanders in der Arbeit und auch im Durchstehen mancher Probleme gemacht werden. Das hängt für Margarethe Wimmer mit alltäglichen Vollzügen zusammen. „In einer Pfarrgemeinde zeigt sich Glaube an allen Ecken und Enden, auch wenn ich nicht immer darüber rede und nicht immer die Symbole gegenwärtig sind. Glaube wird gelebt – in der Liturgie, aber auch im gemeinsamen Abwaschen zum Beispiel. Es gehört alles zusammen, es ist nicht zu trennen!“
Wasser wurde zu köstlichem Wein
Bernd Hüsers ist Pastoralassistent in Zipf. Mit seiner Familie fühlt er sich von Gott dorthin geführt – wie er selbst beschreibt:
„Nach neun Jahren als Pastoralassistent im Krankenhaus und 15 Jahren Dienst im Spital besuchte ich einen Sonntagsgottesdienst in Zipf. Die Pfarre sollte keinen Priester am Ort mehr bekommen. Sie umfasst Teile von fünf verschiedenen politischen Gemeinden, ist aber selbst keine Gemeinde. Sogar durch den Kirchenraum geht eine Gemeindegrenze. Somit ist die Existenz dieser Pfarre nicht selbstverständlich, aber als Gemeinschaft Gläubiger ist sie gewachsen und selbstständig geworden.
Nur weil es momentan weniger Priester gibt, kann man die Pfarre doch nicht einfach zusperren. Die Pfarre mit den Menschen hier habe ich mit meiner Frau Cordula und unseren Kindern Theresa, Mira und Johannes kennen und schätzen gelernt.
Bei der diesjährigen Firmvorbereitung lernte ich junge Menschen kennen, die bereit waren sich einzulassen: Unter der Anleitung von Hanns Mistelbauer fertigten sie Tauben aus Holz, Metall, Blech, Pappe, Vogelfedern ... an. Im Gottesdienst präsentierte die Firmgruppe einen Baum mit vielen Knospen und noch kleinen grünen Blättern, auf dem sich die Tauben niedergelassen hatten: Zeichen der Sehnsucht nach Heiligem Geist und Symbole der Hoffnung auf Frieden. – Junge Menschen, begleitet und geführt, – auf der Suche nach ihrem Weg.
"Was Er euch sagt, das tut", sagte Maria bei der Hochzeit zu Kana, als der Wein ausgegangen war. Dazu bin auch ich bereit. Ob nun dies immer wieder gelingen kann, liegt wohl auch an mir.Ob ich nun den Weg nach Zipf gewählt habe, oder ob er uns zugewiesen wurde, – wir wurden geführt. Ich habe erlebt, dass das Wasser (des Alltags) schon oft zu köstlichem Wein wurde. Alltag und Festtag in der Pfarre Zipf, dazu fühle ich mich gesandt.“