Religionen können Versöhnung stiften. Gewalt wird oft religiös legitimiert. Die Frage nach der Wahrheit treibt die Religionen in Konflikte. Das Gemeinsame vor das Trennende will Theologe Prof. Dr. Hans Küng mit seinem Projekt „Weltreligionen - Weltfrieden - Weltethos“ stellen. Die gemeinsame ethische Botschaft aller Religionen könnte lauten: „Was du nicht willst, dass man dir tu´, das füg´ auch keinem anderen zu.“ Religionen können Frieden sichern. „Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen“, ist Küng überzeugt.Im Brucknerhaus Linz ist zur Zeit die von Küng konzipierte Ausstellung „Weltreligionen - Weltfrieden - Weltethos“ zu sehen. Die zwölf Schautafeln sind im 1. Stock, Foyer positioniert und eignen sich gut als „Pausenbetrachtungen“.Die Stellung des kirchlichen Lehramts zur Frage nach der einzig wahren Religion ist eindeutig. Die Kirche vertritt einen Absolutheitsanspruch: „Jesus Christus ist der alleinige Retter der Welt, gestern, heute und in Ewigkeit“. Der Innsbrucker Dogmatikprofessor Jozef Niewiadomski hält nichts von einer Position des „Wir sind eh alle gleich“ auszugehen. Niewiadomski warnt davor, sich im Supermarkt der Religionen je nach Lust und Laune zu bedienen. Dies entspräche den Marktgesetzen der Globalisierung. Das Bekenntnis zur Einmaligkeit, zum Anspruch und zur Wahrheit der Offenbarung Gottes in Jesus Christus sieht er als dramatisches Modell zur Begegnung mit anderen Religionen. Dies würde zwar Konflikte provozieren, die Unterschiede würden aber nicht oberflächlich verdrängt, sondern ausgetragen. „Weltreligionen - Weltfrieden - Weltethos“, geöffnet bis 30. 9., Führungen nach tel. Vereinbarung: 0732/7612-2124.