Ausgabe: 2002/39, Kardinal Etchegaray, Energie des Basken, Baske, Vatikan, Etchegaray
24.09.2002
- Walter Achleitner
Roger Etchegaray wurde zwar eher dem „linken“ Flügel zugezählt, dennoch galt der Sohn eines Landmaschinenmechanikers lange als aussichtsreicher Kandidat im Falle einer Papstwahl. Dass er am 25. September sein 80. Lebensjahr vollendet, und aus dem Kreis der Wahlberechtigten ausscheidet, ist ihm nicht anzusehen. Nach wie vor versteht er es wie kein anderer in der Kurie, Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen anzuklagen. Mehrfach hat er für die Kirche dort die Kohlen aus dem Feuer geholt, wo die Vatikan-Diplomatie machtlos war. Ihm ist es unter anderem zu verdanken, dass der Konflikt um die Geburtskirche in Bethlehem vor vier Monaten unblutig beendet werden konnte. Angesichts der Energie des Basken ist es schwer vorstellbar, dass dies der letzte Einsatz des Krisenministers gewesen sein soll.