Das In-Kraft-Treten des belgischen Euthanasiegesetzes stößt auf scharfe Kritik der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ): Es gilt „vorzubauen“, dass nicht irgendwann auch in Österreich Tötung auf Verlangen straffrei wird, fordert KAÖ-Präsident Christian Friesl. „So erfreulich der parteiübergreifende Konsens der österreichischen Politiker in dieser Frage ist, so nötig ist es zugleich, eine substanzielle Diskussion über das Thema Sterben in der Öffentlichkeit zu fördern“, betont Friesl. Aktive Sterbehilfe zu legalisieren nennt Friesl einen „Weg in die ethische Sackgasse“. Das seit Montag in Belgien geltende Gesetz suggeriere „Selbstbestimmung, die so gar nicht besteht“. Vielmehr besteht die Gefahr einer Entwicklung, die nur mehr das „funktionstüchtige“ Leben, das zu Leistung und Vergnügen taugt, als wertvoll und erhaltenswürdig anerkenne.
Die Zulassung der aktiven Euthanasie könne kein Vorbild für Europa sein. Das betonte der Arzt und EU-Abgeordnete Peter Liese beim „Europäischen Gesundheitsforum Gastein“. Liese warnte nicht nur vor den ethischen Verwerfungen sondern auch vor den fließenden Grenzen. Er zitierte eine deutsche Ärztezeitschrift, die von der Ausweitung der Euthanasie auf behinderte Neugeborene, Komapatienten oder psychisch Kranke berichtete.