Zwischen Kardinal Joachim Meisner (Köln) und den katholischen Laienverbänden in Deutschland ist es zu einem Schlagabtausch gekommen. Meisner hatte in einer Predigt während der Vollversammlung der deutschen Bischofskonferenz den Laien mangelndes Glaubenswissen und Erstarrung vorgeworfen. Zwei Tage später präzisierte Meisner seine Predigt: Er habe nicht eine Auflösung bestimmter Verbände gefordert, sondern ihre Bekehrung. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wies die Angriffe zurück. Meisner habe offenbar keine Ahnung davon, mit welchem Engagement und Glaubenszeugnis sich Laien in Kirche und Politik einsetzten, sagte ZdK-Präsident Hans Joachim Meyer. Gleichzeitig warf er dem Kardinal vor, den Dialog mit den Verbänden und dem ZdK zu verweigern. Der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heinrich Mussinghoff, meinte, jeder in Deutschland wisse, dass Meisners Position in dieser Frage für die Bischofskonferenz nicht repräsentativ sei.