Kindesmissbrauch ist „das spirituelle Gegenstück zum Mord“. Mit diesen Worten hat der Kardinal von Baltimore, William Keeler, in einem Brief das Ausmaß von Missbrauchs-Skandalen in seiner Diözese nun öffentlich gemacht. Damit folgt er den Richtlinien, die die US-Bischöfe im Juni festgelegt haben. Die deutschen Bischöfe haben ebenfalls vergangene Woche Leitlinien zum Vorgehen „bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger in der Kirche“ vereinbart. Bleibt zu fragen, wann denn in Österreich derartige Regeln zu erwarten sind? Sie werden zwar die Gefahr des Missbrauchs nicht aus der Welt schaffen, aber es darf gesagt werden: „Wir haben das Menschenmögliche getan“ – sofern das wirklich versucht wurde. Nur, bisher darf das die katholische Kirche Österreichs nicht von sich behaupten.