Ein Indianermädchen schreibt: Eines Tages bekamen wir eine neue Lehrerin, eine weiße Amerikanerin. Sie war sehr freundlich, aber sie machte meiner Meinung nach einen Fehler: Sie schrieb Rechenaufgaben an die Tafel, zehn Aufgaben. Dann stellte sie zehn Kinder vor die Tafel. Jeder sollte eine Aufgabe ausrechnen. „Wer zuerst fertig ist, dreht sich um“, sagte sie. Aber wir warteten ab, bis alle die Aufgabe gelöst hatten, und dann drehten wir uns gemeinsam um. Die Lehrerin wurde ärgerlich. „Ich habe doch gesagt, wer fertig ist, soll sich umdrehen! Habt ihr das nicht verstanden?“, fragte sie. Da haben wir ihr erklärt, dass das kein gutes Benehmen ist, was sie da von uns verlangt. Es ist doch nicht schön, wenn sich einer hervortut und der andere muss sich schämen. Sie fragte dann, wie wir es denn machen wollten. Da haben wir gesagt: „Wer gut rechnen kann, der dreht sich nicht um, der hilft den anderen, die es nicht so gut können.“ Ruth Dirx
Auf ins LeselandIn ein Schlaraffenland des Lesens können jugendliche Bücherwürmer und kleine Leseratten vom 16. bis 19. Oktober bei den Linzer Kinder- und Jugendbuchtagen eintauchen. Highlights: eine Kunstversteigerung, Rätselkrimis, Musiktheater und Musicals. Wo: Im Neuen Rathaus der Stadt Linz. Infos: Tel. 070/70 70-1850 oder 1831.