Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit hat mit Wirkung vom 1. Oktober seinen Geschäftsführer Markus Himmelbauer und die beiden weiteren (Teil)Angestellten gekündigt. Der Grund dafür ist Geldmangel.
Obwohl sich seit Jänner die Finanzkrise abgezeichnet hat, ist es dem Vorstand des Vereines nicht gelungen, die benötigten Finanzmittel aufzutreiben. Für Vorstandsmitglied Eva Petrik ist es ein Jammer, dass „in diesem Land die Prioritäten des Sparens so gesetzt werden, dass etwas Einmaliges unter die Räder zu kommen droht“. Ihre Kritik richtet sich an die Österreichische Bischofskonferenz ebenso wie an das Bildungsministerium und andere Bundesstellen. So etwa beträgt die Jahressubvention der Bischofskonferenz 3600 Euro. Das ist gleich viel, wie die Evangelische Kirche, die Altkatholiken und Methodisten gemeinsam auch auf den Tisch legen, wobei die Evangelischen noch 6000 Euro aus einer Sonntagskollekte dazulegen. Die Subvention des Bildungsministeriums wurde von zugesagten 22.000 Euro auf 12.000 Euro gekürzt. Eine versprochene Sonderförderung der Ausstellung „Kirche und Synagoge“ ist nie eingetroffen. Frühere personelle Unterstützungen (Aktion für stellenlose Lehrer) gibt es nicht mehr.
Petrik fürchtet, dass ohne hauptamtliche Mitarbeiter viel wertvolle Aufbauarbeit der vergangenen Jahre, vor allem im Informations- und Bildungsbereich, verloren geht. „Das ist auch deshalb besonders schmerzlich, weil die im Koordinierungsausschuss praktizierte gleichberechtigte Zusammenarbeit von Christen und Juden weltweit einmalig ist.“