Ist sein Leben Legende? Oder hat er wirklich gelebt? Maximilian, erster Bischof von Lorch.
Als „Gründer von Lorch“ steht Maximilian im Heiligenkalender der Kirche. Mitte des 3. Jh.s, so wurde es in späterer Zeit überliefert, soll er Lorch als Bischofssitz gegründet haben – noch vor der Zeit eines geschichtlich bezeugten Severin und auch vor Florian. 20 Jahre soll er als Wanderbischof in der römischen Nordprovinz gewirkt haben, ehe er als Martyrer sein Leben lassen musste.
Wie hat das alles nur begonnen, weit weg von den Zentren des Christenglaubens? Man schrieb den Anfang einem Gründer zu. Papst Sixtus II. soll im Jahr 257 Maximilian in den Norden des Reichs geschickt haben. Es hieß, er wäre der Sohn reicher Eltern gewesen, hätte aber nach deren Tod das Vermögen den Sklaven und den Armen geschenkt. Der Papst hat ihn als Glaubensboten an die Donau geschickt. Für all dies finden sich freilich keine wissenschaftlichen Beweise.
Trotzdem bleiben zwei Dinge an diesem Bischof Maximilian bemerkenswert: Seine Haltung und sein Handeln: Ein Mensch lässt los von dem, was nach allgemeiner Ansicht Lebensqualität ausmacht und Ansehen bringt. Ein Mann aus gutem Hause, der die Armen nicht verachtet, sondern liebt! Das sichere Haus lässt er hinter sich, er wird zum Wanderer. Die knappen Hinweise auf Maximilian deuten aber nicht auf einen Aussteiger hin, der die Las-ten der Verwaltung und der Geschäfte bloß abgeschüttelt hätte. Er hat sich vielmehr frei gemacht für eine neue Aufgabe.
Aus dem Verwalter wird der Gestalter. Sein „Projekt“ heißt Gemeinde. Diözesen im heutigen Sinn hat es wohl noch nicht gegeben. Wohl aber begann sich ein Netz der Christen zu bilden. Von Christus berührte Menschen finden sich zusammen, bauen Gemeinde. Kirche entsteht, auch hier in der damals unwirtlichen und abgelegenen Provinz an der Donau.Der Schutzwall, den die Römer aus militärischen Gründen im Norden gezogen haben, ist längst dahin. Da und dort gräbt man Reste aus. Woran Maximilian gearbeitet hat, lebt bis heute.
In einer Epoche eines fast ein wenig depressiven Christentums, in dem alles kleiner und schwieriger zu werden scheint, kann die Erinnerung an eine Anfangsgestalt ermutigen: Es ist nie zu spät für einen Anfang.