Ausgabe: 2002/42, Teoctist, Rom, Papst Johannes Paul II, Ökumene, Einheit, Kirche, Rumänisch-orthodox
15.10.2002
- Kirchenzeitung der Diözese Linz
Zu starken ökumenischen Gesten und Erklärungen kam es vergangene Woche während des Besuches des rumänisch-orthodoxen Patriarchen Teoctist I. in Rom. Der Patriarch feierte am vergangenen Sonntag die Papstmesse im Petersdom mit. Dabei saßen Johannes Paul II. und Teoctist während des Wortgottesdienstes gemeinsam am Altar, jeder der beiden hielt eine Predigt und gemeinsam beteten sie das Glaubensbekenntnis. Auch beim Schlusssegen und beim Auszug aus dem Dom standen beide Seite an Seite. Während des eucharistischen Teils der Messe saß der Patriarch auf einem Ehrenplatz. Chöre beider Kirchen gestalteten den Gottesdienst.In einer gemeinsamen Erklärung, die ebenfalls am Sonntag veröffentlicht wurde, bekannten sich Papst und Patriarch zu einem verstärkten Dialog zwischen Ost- und Westkirche. Dazu soll die katholisch-orthodoxe Dialogkommission wiederbelebt und „feste Strukturen für eine stabile Form der Kommunikation zwischen den Schwesterkirchen“ geschaffen werden. Beide Seiten erteilten der Abwerbung von Gläubigen der jeweils anderen Kirche – ein besonderer Streitpunkt zwischen katholischer und russisch-orthodoxer Kirche – eine eindeutige Absage. Die katholische Seite, so der Papst, sei bereit, für Friede und Einheit Opfer zu bringen.