Es war für mich immer angenehm, einen seltenen Namen zu tragen. Ich frage mich, warum Eltern ihren Kindern oft „Modenamen“ geben. Der Name sollte doch unterscheiden. Es ist nicht nur für die Lehrer gut, wenn sie die Kinder problemlos mit dem Vornamen rufen können. Mein Namenspatron ist insofern interessant, dass er zunächst verheiratet war, dann aber nach einem bewegten Leben, u. a. als Kreuzfahrer, den Wert eines beschaulichen Lebens erkannt und zwei Klöster gegründet hat, eines für Frauen, das andere für Männer. Nach einer einvernehmlichen Trennung von seiner Frau wurde diese die erste Vorsteherin des Frauenklosters, seine Tochter die zweite Äbtissin, er selber Abt des Männerklosters. Im 12. Jahrhundert waren solche Lebensläufe nicht so selten. Mitten im Leben stehen und zugleich nach dem „Inneren“ unterwegs sein, ist seine Botschaft für mich. Ohne wirklich „freie Zeit“ ist erfülltes Leben nicht möglich.