Entgegen anderslautenden Legenden erinnert der Nationalfeiertag an den Beschluss der „immerwährenden Neutralität“ Österreichs am 26. Oktober 1955. Durch Jahrzehnte wurde den Österrei-chern/-innen diese Neutralität als hohes Gut und zentraler Bestandteil österreichischer Identität vermittelt. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks, im Zuge der euro-päischen Integration und nicht zuletzt in der Abfangjäger-debatte wurde und wird sie nun in Frage gestellt. Auch den Wahlkampf hat die Neutralitätsdebatte gestreift. Viele Österreicher/-innen verbinden mit dem Nationalfeiertag eher das Ende der Besatzungszeit als den Beschluss über die immerwährende Neutralität. Der kommende Samstag wirft die Frage auf, wie wichtig uns die Neutralität wirklich ist. Und was wir am Nationalfeiertag eigentlich feiern wollen.