In der Auseinandersetzung zwischen Hilfsorganisationen und dem Innenministerium in der Flüchtlingsfrage hat Caritas-Bischof Alois Kothgasser deutlich Position bezogen. Man wisse, dass das Asylverfahren keine Lösung für Armutsflüchtlinge sei. Es wäre jedoch schlimm, wenn deswegen Menschen bekämpft würden und nicht die Ursachen, betonte Kothgasser zum Abschluss der Caritas-Direktorenkonferenz am vergangenen Donnerstag. Er sei überzeugt, so Kothgasser, dass es auch „in der gegenwärtigen Situation menschenwürdige Lösungen geben kann“. Dazu brauche es weiterhin entsprechende Gespräche und Vereinbarungen zwischen Hilfseinrichtungen und Innenministerium. Kothgasser wies darauf hin, dass durch die neuen Richtlinien für die Bundesbetreuung die Gefahr bestehe, dass „Menschen in die Obdachlosigkeit und Illegalität gedrängt werden“. In diesem Fall müsse die Caritas auf der Seite der Betroffenen stehen und Menschlichkeit fordern.