Auf ihrer neuen CD „Let it rain“ betont Tracy Chapman weniger die Sozialkritik. (Be)sinnliche und nachdenkliche Lieder stehen im Vordergrund.
Dabei thematisieren zwei der besten Songs der CD, „In the Dark“ und „Hard Wired“, die Manipulation der Menschen durch Medien und Marktforschung. Auffallend sind drei Liebeslieder, von denen zwei Liebeserklärungen sind, eines aber die Gefühle in Frage stellt. Thematisch aus der Reihe tanzen einerseits der Titelsong, der auch als ein Gebet eines Verzweifelten verstanden werden kann, und der etwas andere Begräbnissong „Say Hallelujah“, der mit der Aufforderung endet, nicht „Goodbye“ zu sagen, weil wir uns alle auf der anderen Seite wiedersehen. Die Fröhlichkeit des Songs erinnert an die Begräbnisszenen, die von New Orleans bekannt sind. Insgesamt ist es aber eine sehr nachdenkliche, introvertierte CD geworden, mit wunderschönen lyrischen Texten. Musikalisch sind einige der zwölf Songs leider etwas weniger spannend als ältere Stücke.
Tracy Chapman, Let it rain. Warner Music, E 14,99.