„Wir müssen gut umgehen mit dem Geld. Aber Geld ist nicht das Einzige“, sagt der Theologe und Wirtschaftsfachmann Dr. Douglas Fernando. Der gebürtige Sri-Lanker Douglas Fernando, Theologe und Wirtschaftsfachmann, hat den Umgang mit Geld im kleinen Finger. Auch in Linz hat er ein „geldiges“ Projekt samt Finanzierung gemanagt. Er steht hinter der Einkaufspassage „Atrium“. – Die Karmeliten haben inmitten von Linz vor etwa einem Jahr ihre Immobilien an der Mozartstraße in diese Geschäftszone gewandelt.Von Geld und Gott redenDouglas Fernando leitet die Abteilung Kirchen und religiöse Gemeinschaften einer großen Bank- und Versicherungsgesellschaft in Deutschland. Er versteht es, mit Geld umzugehen und redet von Gott. Aber lässt sich das überhaupt vereinbaren? „Ja“, sagt Fernando. „Wir brauchen Mittel, um den Glauben weitergeben zu können.“ Kirchliche Wirtschafts-Projekte müssen auch sozialen, pastoralen Nutzen haben. „Die Kirchen müssen lernen, ihre Immobilien in guten Lagen wirtschaftlich einzusetzen.“ So können sie den Menschen etwas zurückgeben und in die Pastoral investieren. „Die Immobilien zur Wirkung bringen“, nennt er das. Auch für die Weltmission. Dies ist eine Bedingung, unter der er, der 1974 bei Mutter Teresa arbeitete, seine Dienste zur Verfügung stellt. Beispiel gebenDas kann die Kirche mit ihrem Geld, ihren Grundstücken, ihren Häusern tun. Und die Banken? – Die Kirche müsse Beispiele setzen, auch für den Umgang mit Geld. „Wir müssen die Gedanken in den Banken ändern!“ Sie müssen mindestens 20 Prozent vom Gewinn den Menschen zurückgeben, sagt der Theologe, nein der Wirtschaftsfachmann Douglas Fernando. Der Finanzmarkt ist eine wichtige Struktur. Verliert er christliche Werte, verliert er aber auch andere Werte. Den Nutzen teilen! – Damit hat Fernando in der rauen Welt der Geldgeschäfte bisher großen Erfolg. Er erreichte zum Beispiel für Kirchenkunden gute Konditionen bei Zinsen auf Girokonten. Zinsen – ein heißes Thema! Keine Bank, keine Versicherungsgesellschaft könne Gewinne machen, ohne die Menschen, von denen sie das Geld hat, daran teilhaben zu lassen. Heute werde zu viel spekuliert, klagt Fernando, bis man groß verliere. „Das müssen wir stoppen.“ Die Kirche müsse in die Geldwirtschaft den Gedanken einbringen, dass die Kunden Geld geben und es fair ist, dafür eine Mindestsicherheit, eine Mindestgarantie (Zinsen) zu erhalten. Die Banken verlangen ja, wenn sie Geld geben, auch Mindestgarantien!Kirche als Bankier?Abschließend fordert Douglas Fernando auch die Kirche heraus: Sie habe genug Geld, eine Bank zu gründen und vorzuzeigen, wie man menschenfreundlich mit Geld wirtschaftet. Warum macht die Kirche das nicht, fragt die Kirchenzeitung. „Das frage ich mich auch!“, sagt Fernando.
Zitate
Der Theologe und Wirtschaftsmann Dr. Douglas Fernando im Kirchenzeitungsgespräch:„Wer mehr hat, kriegt mehr (Zinsen). Das ist nicht gerecht. Wir trennen damit die Gesellschaft.“„Die Kirche muss den Nicht-Habenden helfen.“ „Es fehlt in den Banken der menschliche Aspekt. Wir müssen fair gewinnen. Banken und Versicherungsgesellschaften müssen die Menschen am Gewinn teilhaben lassen. Nicht spekulieren! Das Geld vernünftig verwalten!“