Es weihnachtet! Nicht so sehr, weil Auslagen schon entsprechend gestaltet wären. Der Handel scheint mit verfrühter Weihnachtsdekoration in der Tat zurückhaltender geworden zu sein. Im Postkasten allerdings, da weihnachtet es heftig – mit Bettelbriefen und Bitten um Spenden aller Art – meist mit dem dezenten Hinweis, dass man doch in dieser vorweihnachtlichen Zeit Gutes tun soll.
Ein Tiergarten braucht Geld, die Umweltorganisation, die Menschenrechtsorganisation. Dann auch die Mission – mit bekannten und weniger bekannten Bittstellern. Kaum möglich ist es bei der Fülle an Anliegen, einigermaßen zu prüfen, wie seriös die einzelnen Bittsteller sind. Da entscheidet dann eher, wie rührend und professionell das Anliegen vorgebracht wurde. Professionell nämlich gehen die meisten dieser Bittsteller die Sache an. Wer der Vermarktung von Weihnachten kritisch gegenübersteht, mag sich fragen, ob dies nicht auch auf den Spendenmarkt zutrifft. Für den Postempfänger wird die Sache schwierig. Es ist gar nicht mehr so einfach, Gutes zu tun.