Sonntagvormittag, Gottesdienst: Die Kirchengemeinde kniet zur Wandlung nieder. Der Priester hebt zum Sprechen an und dann beginnt in den hinteren Reihen ein Kleinkind zu schreien und hört nicht auf. Jedem Kirchgänger werden solche oder ähnliche Situationen vertraut sein. Für den Priester stellen sie eine Gradwanderung dar: „Sagst du etwas, verärgerst du ein paar junge Eltern, sagst du nichts, leidet die ganze Feier darunter“, schildert Pfarrer Othmar Wögerbauer aus Schwarzenberg die Situation. Dabei geht es nicht nur darum, dass Predigt oder Hochgebet schlecht zu verstehen sind, sondern auch darum, dass Priester, Lektoren oder Kantoren in ihrer Konzentration gestört sind: Wer hält schon gerne eine Ansprache, wenn’s laut ist?Auf der anderen Seite wird sich jede Pfarrgemeinde freuen, wenn Eltern mit ihren Kindern den Gottesdienst besuchen. „Wenn wir in der Pfarre Kinder wollen, müssen wir die Kinder schon Kind sein lassen“, unterstreicht Pfarrer Alfons Illig aus Traun-Oedt. Auch er tut sich schwer, bei lauten Kindern zu predigen, aber wenn Kinder in die Kirche kommen, ist es ihm das Opfer wert. Pfarrer Wögerbauer hat sich dazu entschlossen, einfach innezuhalten und zu warten, bis es wieder ruhig ist. Wenn das Kind nicht zu beruhigen ist, können die Eltern mit ihm ja kurz hinausgehen. Jede Pfarre wird so ihren eigenen Hausbrauch haben. Grundsätzlich wird man sich aber überall freuen, wenn Eltern mit ihren Kindern die Gottesdienste besuchen.