Achtung! Wer einen Kabarettfilm erwartet, nur weil Josef Hader die Hauptrolle spielt, irrt. „Blue Moon“ von Andrea Dusl ist ein Film mit leiser Komik. Er kreist um drei Protagonisten, die im postkommunistischen Osteuropa unterwegs sind und immer wieder aufeinander treffen. Über die Vorgeschichten der einzelnen Personen erfährt man nicht viel. Da ist Johnny Pichler (Hader), der erst ziemlich unbeteiligt in die Handlung hineinrutscht, dann in der (Liebes-)Beziehung zu Dana (Viktoria Malektorowitsch) aber unerwartete Initiative ergreift. Immer wieder verbindet sich das Schicksal der beiden mit Ignatz (Detlef W. Buck), einem aus Deutschland kommenden „Streuner“, der seine Figur unaufdringlich selbst karikiert. Der Film zeichnet realistische Stimmungsbilder der Lebenssituation der Menschen, z. B. in der Ukraine. Auch die dunklen Seiten (Korruption, Prostitution und Straßenraub) tauchen auf, jedoch erspart die Regisseurin dem Zuseher den erhobenen Zeigefinger. In Odessa, wo einst schon Sergeij Eisenstein seinen „Panzerkreuzer Potemkin“ drehte, sehen sich Dana und Johnny zum Schluss schließlich wieder. Obwohl in der Mitte etwas langatmig ist „Blue Moon“ ein wunderschöner Film.
„Blue Moon“ läuft seit 8. November (Moviemento, 18 u. 20 Uhr; Hollywood Megaplexx Pasching, 16.30 u. 19 Uhr)