Wenn Gabi und Hans in die Beratung kämen, würde ich jeden Einzelnen einladen, den persönlichen Standpunkt zu erklären: - Welche berechtigten Sorgen hat Gabi? (Zu viel und wahllos ist ungesund und erschöpft Geist und Seele.) - Steckt ein Wunsch hinter dem Hinauswurf des Kastels? Welcher? (Vielleicht würde sie gerne mit Hans und den Kindern reden, spielen, kuscheln, blödeln.) - Sieht Hans ihre Sorge und nimmt er sie ernst, nimmt er sie in anderen Dingen ernst, fühlt sie sich von ihm auch sonst wahrgenommen? - Was bedeutet Hans das Fernsehen? Ist es vielleicht die Möglichkeit abzuspannen, die Mühen des Tages zu verbannen, herunterzu kommen von der täglichen Anspannung? Gibt es auch andere Möglichkeiten, zu entspannen (spazieren gehen, laufen ...)?
- Welche positiven Seiten hat Fernsehen für Hans (bildend, informativ, (ent)spannend)?
- Kann es sein, dass Hans sich durch Fernsehen Gabi oder der Familie entzieht? Weicht er etwas aus (einem Gespräch, einen Standpunkt zu beziehen ...)?
Welche „Wahrheit“ steckt hinter der Ansicht von Gabi und welche hinter der von Hans? Wie könnten sich die beiden Pole von „gar nicht fernsehen“ bis „wahllos hineinglotzen“ einander nähern? Wie so oft im Leben liegt die Wahrheit auch bei dieser Frage wahrscheinlich in der Mitte. Fernsehen ist einerseits interessant, andererseits besteht die Gefahr, leer zu werden, in einer Scheinwelt zu bleiben, das Leben nicht mehr selbst zu leben, sondern leben zu lassen. Diese Leere spüren wir dann beim Abschalten.Welche Vereinbarungen können Gabi und Hans treffen, damit die eigene und die andere Wahrheit einfließen kann? Diese Ansichten und das gemeinsame Abkommen könnten sie ihren Kindern mitteilen und mit ihnen Sinn und Unsinn, Chancen und Gefahren altersgemäß besprechen.