Die Kirchenzeitungen sehen den Katholikentag als Chance, über Nachbarn zu informieren.
„Es ist die einzige Chance, einander kennen und verstehen zu lernen“, meint Katalin Neumayer. Die Chefredakteurin des in Budapest erscheinenden katholischen Nachrichtendienstes „Magyar Kurír“ bezeichnet den Mitteleuropäischen Katholikentag deshalb auch als Herausforderung für Kirchenzeitungen, „die Leserinnen und Leser über die Nachbarländer besser zu informieren“.
Aus diesem Anlass hatte die Österreichische Kirchenpressekonferenz vergangene Woche Kolleginnen und Kollegen aus Nachbarländern zu ihrer Herbstkonferenz nach St. Pölten eingeladen. Neben der verstärkten Zusammenarbeit anlässlich des bevorstehenden Katholikentages (siehe Kasten) ging es besonders um die Situation vor der EU-Erweiterung. Dabei wurden Ängste, vor allem aber Skepsis gegenüber dem Westen, angesprochen. Katalin Neumayer: „In Ungarn stehen wirtschaftliche und bürokratische Fragen im Vordergrund. Die europäische Seele sehen wir noch nicht.“ Anna Kolkova aus Bratislava ergänzt: „Die Menschen haben Angst, mit der EU noch ärmer zu werden.“ Ein vor kurzem veröffentlichter Brief der slowakischen Bischöfe habe die Stimmung verändert. Dessen Grundtenor, so Kolkova: „Wir Slowaken haben Werte, die Europa braucht.“
Die nach wie vor ablehnende Haltung gegenüber den Beitrittsländern in der EU-Bevölkerung bedauert haben sowohl die polnische Journalistin Teresa Sotowska wie auch Janez Gril. Der Herausgeber der katholischen Wochenzeitung „Druzina“ meinte auch, das Projekt Katholikentag werde in Slowenien als Chance gesehen: „Zum ersten Mal seit der Wende wollen wir uns mit den Katholiken in Kroatien treffen. Das wird für uns sehr wichtig.“
Stichwort:
Katholikentag
Vom 31. Mai 2003 an findet zum ersten Mal gemeinsam in Bosnien-Hercegovina, Kroatien, Polen, in der Slowakei, in Slowenien, Tschechien, Ungarn und Österreich ein Mitteleuropäischer Katholikentag statt. Höhepunkt wird eine Wallfahrt der Völker am 22. und 23. Mai 2004 nach Mariazell sein. Das Motto der Veranstaltung lautet „Christus – Hoffnung Europas“. Neben grenzüberschreitenden Wallfahrten stehen Symposien zu aktuellen Fragen in je einem Land auf dem Programm.