In sechs Monaten bereits startet der erste Mitteleuropäische Katholikentag. Zwei Ereignisse sind es, die das Vorhaben in acht Ländern prägen: das Jahr 1989, das mit dem Zusammenbruch des Kommunismus den Stein ins Rollen gebracht hat. Und das Jahr 2004, in dem die EU um zehn Länder erweitert werden soll. Dass dies gefeiert und dabei über den Weg in die Zukunft nachgedacht werden soll, ist wichtig und richtig. Nur so kann das wachsen, was unsere Schwestern und Brüder in Osteuropa in den Beitrittsverhandlungen so sehr vermissen: die Seele Europas. Jedoch das Projekt Katholikentag erweckt stark den Eindruck einer Kopfgeburt. Zu viele Fragen sind noch offen, vor allem aber: wer wird sich beteiligen? Die Frage ist, ob nach dem „Jahr der Berufung“ (2002) im „Jahr der Bibel“ – so das Motto für 2003 – noch Interesse, Zeit und Geld vorhanden ist, um bei uns Menschen für das berechtigte Anliegen zu begeistern.